Fußball WM
Strenge Hausordnung in den WM-Stadien

Mit einer strengen Hausordnung in den WM-Stadien will das Organisations-Komitee (OK) während der Weltmeisterschaften unliebsamen Überraschungen schon im Vorfeld den Wind aus den Segeln nehmen.

Regenschirme, Videokameras und Trinkflaschen sind verboten, Samba-Trommeln, Pauken und Trompeten dürfen auf Antrag mitgeführt werden. Die Hausordnung des Organisations-Komitees (OK) für die WM gibt dem Fan eine Übersicht über die Gegenstände, die ins Stadion mitgebracht werden dürfen. Personal des Sicherheits- und Ordnungsdienstes, das sich das OK für die WM insgesamt 20 Mill. Euro kosten lässt, führt an den Eingängen genaue Kontrollen durch.

"Wir verfolgen dabei das Motto: Soviel Sicherheit wie nötig bei so wenig Einschränkungen wie möglich", erklärte Helmut Spahn, Sicherheitschef des WM-Organisationskomitees. Alle Gegenstände, die in irgendeiner Form als Wurfgeschoss genutzt werden könnten, stehen auf dem Index. Dazu gehören Getränkedosen genauso wie Regenschirme. Sollte es wie so oft in den vergangenen Tagen zu Wolkenbrüchen kommen, will das OK Regencapes verteilen.

"Schwer bepackt kommt keiner ins Stadion"

Sperrige Gegenstände wie große Rucksäcke oder Taschen müssen am Eingang abgegeben werden und sollen dort in Containern deponiert werden. "Schwer bepackt kommt keiner ins Stadion, auch wenn er vorgibt, an diesem Tage auf einer Reinhold-Messner-Yeti-Suchmission zu sein", schreibt das OK vor.

Eine Sonderlösung gilt für Musikinstrumente. Zum Erhalt der guten Stimmung soll den bekannten Blechblaskapellen aus den Niederlanden oder den brasilianischen Samba-Trommlern erlaubt werden, ihre Instrumente mit ins Stadion zu bringen. Diese müssen allerdings beim Venue-Manager angemeldet werden. "Auf die tolle Stimmung kann kein Fußball-Spiel verzichten", sagt OK-Sprecher Jens Grittner.

Etwas komplizierter ist die Regelung bei Fotokameras. Generell heißt es, dass jeder Zuschauer sein eigenes Erinnerungsfoto schießen darf. Kleine Hand- sowie Digitalkameras sind erlaubt. Das Mitführen von professionellen Fotoapparaten mit Teleobjektiven hingegen ist nicht erlaubt, da solche Fotos zu kommerziellen Zwecken genutzt werden könnten.

Auch bei Plakaten und Transparenten gibt es klare Richtlinien. Transparente dürfen nicht größer als drei mal ein Meter sein und müssen aus einem "schwer entflammbaren Material" bestehen. Fahnen dürfen nur von Stangen getragen werden, die die maximale Länge von einem Meter und den höchsten Durchmesser von drei Zentimetern aufweisen.

Kein Zutritt für betrunkene Fans

Neben Drogen, bengalischen Feuern und Rauchpulver dürfen keine Banner und Schilder mitgeführt werden, die für religiöse, kommerzielle oder politische Zwecke werben. Auch weist das OK darauf hin, dass Personen, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, der Eintritt verwehrt werden kann. Auch soll darauf geachtet werden, dass das Stadiongelände nicht mit Abfällen zugemüllt wird oder Sitznachbarn nicht von Bierduschen überrascht werden.

Besucher sollten frühzeitig anreisen. Die Stadientore öffnen drei Stunden vor dem Spiel. Es gibt pro Stadion 200 Einlasstellen, so dass es nicht langen Wartezeiten kommen wird. Gut eine Stunde vor jedem Spiel startet das Entertainment-Programm. Dazu zählen die Übertragungen anderer WM-Spiele auf den Videowänden.

Auf dem Weg zu seinem Sitzplatz muss der Fan zwei Sicherheitschecks überstehen. Bei der ersten Kontrolle werden Leibesvisitationen und erste Ticketschecks vorgenommen, zudem wird in die Taschen geschaut. Beim zweiten Check handelt es sich um eine elektronische Kontrolle. Ausweise werden nur stichprobenartig oder anlassbezogen geprüft.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%