Fußball WM
Terim nimmt den Druck von seinem Team

Der türkische Nationaltrainer Fatih Terim übernimmt im Falle eines Scheiterns der Türkei in den Play-off-Spielen die volle Verantwortung. "Ich werde mich vor mein Team stellen. Es gibt keinen Grund, nervös zu sein."

Fatih Terim nimmt vor den Play-off-Spielen gegen die Schweiz den Druck von seiner Mannschaft und knüpft zugleich seine eigene Zukunft an eine erfolgreiche Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland. "Die Mannschaft muss keine Angst haben. Wenn wir verlieren sollten, werde ich die Verantwortung übernehmen. Ich werde mich vor mein Team stellen. Es gibt keinen Grund, nervös zu sein", sagte Terim vor dem Hinspiel gegen die Schweiz in Bern am Samstag. Das Rückspiel findet am kommenden Mittwoch in Istanbul statt.

Nach der verpassten Teilnahme an der Europameisterschaft in Portugal ist für die Türken die Qualifikation für die WM in der Wahlheimat hunderttausender Landsleute Pflicht. Allerdings hat der WM-Dritte vor den "Spielen des Jahres" gegen die Schweiz mit massiven Personalproblemen zu kämpfen. Nach den Ausfällen von Ibrahim Akin und Bundesliga-Profi Yildiray Bastürk (Hertha BSC Berlin) musste am Donnerstag auch Hasan Sas zur Untersuchung nach Mailand fliegen. Ob Sas am Samstag spielen kann, scheint zumindest fraglich. Zudem sind der Lauterer Halil Altintop und Emre von Inter Mailand im ersten Play-off-Spiel gesperrt.

Türken strotzen vor Selbstbewusstsein

Nichtsdestotrotz will sich das heißblütige Team vom Bosporus im Hinspiel im Stade de Suisse eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel in Istanbul verschaffen, wo am Mittwoch 50 000 Türken ihr Team zur WM nach Deutschland schreien wollen. Nach dem 2:1-Erfolg gegen die deutsche Nationalelf vor rund vier Wochen strotzen die Rot-Weißen nur so vor Selbstbewusstsein. "Wir haben erst vor wenigen Wochen gegen Deutschland gezeigt, wie stark wir sind. Wir wollen bei der WM dabei sein und werden in den Spielen gegen die Schweiz alles dafür geben. Es geht um unsere Ehre", sagte Schalkes Hamit Altintop, der wie seine Ligakollegen Alpay (1. FC Köln) und Nuri Sahin (Borussia Dortmund) um einen Platz in der Startelf kämpft.

Allerdings können auch die Eidgenossen nicht auf ihr bestes Team zurückgreifen. Die beiden türkischstämmigen Nationalspieler Murat und Hakan Yakin haben sich für die beiden Play-off-Spiele bei Nationaltrainer Köbi Kuhn eine Auszeit erbeten, da sie gedanklich zwischen den Stühle sitzen. "Das Spiel hat für die Türkei eine riesengroße Bedeutung. Deshalb ist es einfach besser, wenn wir nicht spielen", erklärten die beiden Brüder.

Kuhn hat die Qual der Wahl

Im Angriff hat Kuhn, der mit seinem Team in der WM-Quali bislang kein Spiel verlor, dagegen die Qual der Wahl. Der einst vom VfB Stuttgart umworbene Sebastian Frei scheint im Angriff gesetzt. Daneben hat derzeit der wiedergenesene VfB-Profi Marco Streller die besten Karten, von Beginn an aufzulaufen. "Marco hat neuen Schwung in unser Spiel gebracht", erklärte Leverkusens Shootings-Star Tranquillo Barnetta und brach damit eine Lanze für seinen Bundesliga-Kollegen.

Insgesamt stehen sieben "Deutsche" im Kader der Schweiz. Kuhn nominierte Philipp Degen (Borussia Dortmund), Ludovic Magnin, Streller (beide VfB Stuttgart), Christoph Spycher, Benjamin Huggel (beide Eintracht Frankfurt), Raphael Wicky (Hamburger SV) und Barnetta (Bayer Leverkusen) in seinen 21-köpfigen Kader. "Wir müssen alles daran setzen mit einem Sieg in die Türkei zu fahren. Wenn sie unter Druck stehen, haben sie vor heimischer Kulisse Probleme mit den Nerven", meinte der Frankfurter Huggel.

© SID

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