Fußball WM
Ticket-Tauschbörse ab Ende März geöffnet

Ab dem 27. März ist der Weiterverkauf sowie die Übertragung von WM-Tickets möglich. Damit kommt das WM-Organisationskomitee den Forderungen von Verbraucherschützern nach.

Das deutsche Organisationskomitee (OK) der Weltmeisterschaft 2006 (9. Juni bis 9. Juli) hat auf die Forderungen der Verbraucherschützer reagiert und ermöglicht nun die Übertragung sowie den Weiterverkauf von WM-Karten. Ab dem 27. März können Karteninhaber ihre Tickets unter der Internetadresse fifa.worldcup.com entweder auf andere Personen umschreiben lassen oder zum Einkaufspreis veräußern. Um den Schwarzmarkt zu erschweren, hat das OK allerdings Bedingungen für die Übertragung der personalisierten Tickets aufgestellt.

Ein Kartentransfer ist nur innerhalb der eigenen Familie, bei einem Todesfall, bei Krankheit, oder bei höherer Gewalt möglich. Auch bei einem Ausreiseverbot sowie einem verweigerten Visum für Deutschland kann das Ticket auf einen anderen Namen umgeschrieben werden. Zusätzlich will das OK bei genauer Prüfung auch Härtfälle zulassen. Für jede Übertragung erheben die Organisatoren eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 10 Euro.

Weiterverkauf der Karten ist möglich

Ein Weiterverkauf ist dagegen ohne die Angabe von Gründen möglich. Der Karteninhaber gibt sein Ticket virtuell per Mausklick zurück, die freigewordenen Tickets gehen dann wieder in den Verkauf. Allerdings muss der neue Käufer eine Gebühr von 15 Prozent über dem eigentlichen Nennwert, maximal 15 Euro, bezahlen.

Das Internetportal zur Übertragung und zum Weiterverkauf wird in zwei Zeitfenstern geöffnet. Zunächst vom 27. März bis zum 9. April. Da die Tickets erst Ende März gedruckt werden, wird bei diesem Vorgang schon der richtige Name auf den Karten erscheinen. Das zweite Zeitfenster öffnet sich ab dem 1. Mai bis jeweils zwei Tage vor dem betreffenden Spiel.

"Können Betrug nicht ausschließen"

"Wir mussten erkennen, dass wir an der Regelung, die jeglichen Transfer ausschließt, nicht festhalten konnten. Dennoch gehen wir unverändert davon aus, dass 99 Prozent der Karteninhaber selbst ins Stadion kommmen, das Ticket-Portal also nur in Ausnahmefällen genutzt wird", erklärte der für das Ticketing zuständige OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt. Der zusätzliche Service des Interportals kostet das OK nach Angaben von Schmidt rund 700 000 Euro.

Schmidt musste allerdings auch einräumen, dass die Übertragung den Schwarzmarkt erleichtert, da beispielsweise Krankheiten nur vorgetäuscht werden können oder eine angeblich entfernte Verwandtschaft kaum zu überprüfen ist. "Ich kann nicht ausschließen, dass wir betrogen werden. Wir werden uns aber auch nicht vorführen lassen und jedem, der irgendeinen Grund angibt, die Übertragung genehmigen", sagte der OK-Vizepräsident.

Entscheidendes Gerichtsurteil am 20. April

Ob das OK die geplante Praxis umsetzen kann, hängt allerdings auch von einem am 20. April erwarteten Urteil des Frankfurter Amtsgerichts ab. Ein Mann aus Essen hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) verklagt, weil er über das Internetauktionshaus ebay zwei Karten für das Viertelfinale am 1. Juli in Gelsenkirchen erworben hat, das OK aber eine Übertragung der Karten verweigert. Das OK will mit seiner Haltung dem Schwarzmarkt entgegenwirken, denn der Mann hatte die Tickets im Originalwert von 110 Euro für 880 Euro gekauft.

"Wenn wir vor Gericht unterliegen sollten, wird dies nicht zum Zusammenbruch des Systems führen. Wir werden dies dann als Einzelfall-Entscheidung betrachten", sagte Schmidt.

© SID

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