Fußball WM
Tognoni fordert neuen Modus bei WM-Vergabe

Nach der umstrittenen WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 hat der ehemalige Fifa-Mitarbeiter Guido Tognoni die Einführung eines neuen Verfahrens gefordert.

Der ehemalige hochrangige Fifa-Mitarbeiter Guido Tognoni hat nach der höchst umstrittenen Vergabe der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar einen anderen Modus für die Erteilung zukünftiger Austragungen von Fußball-Weltmeisterschaften vorgeschlagen. "Man müsste ganz hohe Kriterien ansetzen. Die Bewerbungsdokumente sind doch nur noch Dokumente, die man abgeben muss. Man müsste einen anderen Modus wählen. Jedes Land, das zu den Bewerbern gehört, kann die WM ausrichten. Man sollte einfach auslosen. Damit wäre das Exekutivkomitee aus der Schusslinie", sagte Tognoni im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

Tognoni: "Die Fifa kann das nicht selbst"

Der Schweizer Tognoni arbeitete von 1984 bis 2003 in verschiedenen Exekutivfunktionen in der Fifa und der Uefa. Zwischen 2001 und 2003 war der Jurist Fifa-Marketingdirektor. Von 2004 bis 2007 lebte er in al-Dauha (Katar). Bei der Votum für 2018 war am vergangenen Donnerstag überraschend Russland als Sieger hervorgegangen, der Bewerbungsfavorit England auf der Strecke geblieben. Bei 2022 gab es durch Katar eine Sensation. Im Vorfeld der Wahl waren zwei Exekutivmitglieder wegen des Vorwurfes der Korruption suspendiert worden.

Tognoni nahm die großen Mitglieds-Verbände der Fifa wie Deutschland und England in die Pflicht, damit sich die Dinge im Weltverband ändern können. "Die Fifa kann das nicht selbst. Der DFB ist der weltweit größte Verband und gut organisiert. Er sollte versuchen, die Fifa von innen zu reformieren. Er könnte etwas verändern, aber offensichtlich sind sie zufrieden", sagte Tognoni.

© SID

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