Fußball WM
Top-Teams testen für den Ernstfall WM

Nicht nur das deutsche Team probt am heutigen Dienstag in Form eines WM-Testspiels den Ernstfall. In Brasilien, England, Argentinien und Tschechien testen vier weitere Mitfavoriten auf den Titel ihre Form.

Allmählich wird es ernst für die hochgehandelten WM-Teilnehmer. Insgesamt bestreiten am heutigen Dienstag neun für die Endrunde in Deutschland qualifizierte Teams Vorbereitungsspiele, unter ihnen Top-Favorit Brasilien.

Ronaldinho und Co. bevorzugen einen leichten Aufgalopp und testen in ihrem Quartier in Weggis gegen den Schweizer Super-League-Aufsteiger FC Luzern, während England gegen Ungarn (21.05 Uhr in Manchester), der zweimalige Weltmeister Argentinien gegen Angola (20 Uhr in Salerno/Italien) oder Tschechien gegen Deutschlands Gruppengegner Costa Rica (18 Uhr in Jablonec/live in der ARD) schon den Ernstfall proben. "Auch Spiele gegen unser B-Team bringen uns weiter, denn das ist stärker als viele andere Nationalteams", sagte der Leverkusener Juan vor der Abfahrt der "Selecao" nach Basel.

In der Nähe des oberrheinischen Dreiländerecks sind zumindest ein wenig erträglichere Temperaturen angesagt, während oberhalb der Tausender-Grenze in Weggis sogar Schneefall droht. Nationalcoach Carlos Alberto Parreira beantwortete die Frage der brasilianischen Journalisten, warum man sich nicht in wärmeren Gefilden vorbereite: "Weil in Deutschland auch solche Wetterverhältnisse herrschen können. So können sich die Spieler schon einmal daran gewöhnen."

Brasilianern reichen 70 Prozent

Die Spiellaune seiner Ballzauberer will er fördern - mehr nicht. "Es reicht, wenn wir im Auftaktspiel gegen Kroatien 70 Prozent erreichen, sonst haben wir ja keine Steigerungsmöglichkeiten mehr bis zum Finale", erklärte Parreira, der gegen Luzern (20.30 Uhr) vermutlich seine erste Formation aufs Feld schicken wird.

Andere Schwerpunkte setzen die Tschechen gegen Costa Rica. Der scheidende Dortmunder Jan Koller soll nach seiner im Trainingslager erlittenen Adduktorenverletzung und besonders nach seiner zuvor siebenmonatigen Pause wegen eines Kreuzbandrisses wieder Spielpraxis bekommen. Dagegen wird im nordtschechischen Jablonec Kollers BVB-Kollege Tomas Rosicky nicht spielen. Der Mittelfeldmann, der nach der WM zu Arsenal London wechselt, fällt wegen einer Oberschenkelverletzung aus.

Englands Nationalcoach Sven-Göran Eriksson sucht gegen Ungarn den idealen Partner von Michael Owen im Angriff für den verletzten Wayne Rooney (Mittelfußbruch). Favorit ist Peter Crouch vom FC Liverpool, der jedoch als Torjäger in der vergangenen Saison nicht überzeugen konnte. Einen Fürsprecher hat er in seinem Liverpooler Teamkollegen Steven Gerrard: "Peter ist mehr als nur ein Goalgetter und somit sehr wertvoll." Die Partien gegen die Magyaren und die WM-Generalprobe am Samstag in Manchester gegen Jamaika sind die letzten Gegelenheiten für Eriksson, eine Rooney-Alternative zu finden. Denn mit dem "Manu"-Stürmer ist - wenn überhaupt - vermutlich erst ab dem Achtelfinale zu rechnen.

"Gauchos" in Rom gelandet

Mit rund fünf Tonnen Gepäck ist Argentinien in Rom eingetroffen, um sich auf das Duell mit WM-Neuling Angola vorzubereiten. Trainer Jose Pekerman hat seine WM-Formation offenbar schon gefunden. Lediglich Jungstar Lionel Messi vom Champions-League-Sieger FC Barcelona bereitet wegen eines Muskelrisses Sorgen. Für die "Gauchos" sind die Angolaner ein idealer Testpartner vor dem Auftaktmatch am 10. Juni gegen die Elfenbeinküste, die wiederum im französischen Vittel (20.45 Uhr) auf Chile trifft.

Neben Costa Rica steht auch für den deutschen Gruppenkontrahenten Polen in Chorzow der erste Härtetest (18 Uhr/ebenfalls live in der ARD) auf dem Programm. Im Benefizspiel für die Opfer des Halleneinsturzes in Kattowitz wird der Dortmunder Ebi Smolarek im Angriff erwartet. In den Trainingsspielen empfahl er sich auch für die Anfangsformation im ersten Vorrundenmatch am 9. Juni in Gelsenkirchen gegen Ecuador. "Der Sprung in die erste Elf ist mein großes Ziel. In Dortmund habe ich gezeigt, dass ich auf mehreren Positionen einsetzbar bin", meint der in Lodz geborene BVB-Profi.

© SID

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