Fußball WM
Trainer-Sohn Petkovic bleibt zu Hause

Nachdem seine Nachnominierung zu lautstarken Protesten in der Öffentlichkeit geführt hat, bleibt Dusan Petkovic nun doch zu Hause und reist nicht mit der Nationalmannschaft Serbiens und Montenegro zur WM.

Die Nationalmannschaft Serbiens und Montenegro ist am Dienstag nur mit 22 anstatt der eigentlich nominierten 23 Spieler zur WM in Deutschland eingetroffen. Dusan Petkovic, Sohn von Trainer Ilja Petkovic, hatte freiwillig auf seine Mitreise verzichtet, nachdem seine Nachnominierung für den verletzten Mirko Vucinic für einen Proteststurm in der Heimat gesorgt hatte. "Er ist aufgrund des großen öffentlichen Drucks, den seine Nominierung ausgelöst hatte, zu Hause geblieben", bestätigte Team-Sprecher Aleksandar Boskovic dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Laut Boskovic geht die Mannschaftsleitung nicht davon aus, dass Dusan Petkovic im Laufe der WM noch nachkommt. Da er aber nicht verletzt ist, darf Serbien und Montenegro für ihn auch keinen anderen Spieler nachnominieren. "Dusan hat so entschieden. Wir haben uns danach mit dem Verbands-Präsidenten und dem Genaralsekretär beraten und entschieden, dass es das Beste ist", sagte Ilja Petkovic. Sein Sohn hatte sich am Morgen im Trainingslager in Velden am Wörthersee von den Mannschaftskollegen verabschiedet und war zurück nach Belgrad gefahren. Dort will er am Mittwochmittag in einer Pressekonferenz über seine Gründe sprechen.

Spieler voller Zuversicht

Die restlichen 22 Spieler sind voller Zuversicht. "Alle sind fit. Wir sind bereit", sagte Kapitän Mladen Krstajic von Schalke 04 unmittelbar nach der Ankunft der Charter-Maschine aus Klagenfurt auf dem Flughafen Münster/Osnabrück und kümmerte sich ebenso wenig um die Fifa-Anweisungen wie zahlreiche seiner Teamkollegen. Der Weltverband hatte ursprünglich Interviews nach dem Verlassen des Fliegers untersagt.

Danach fuhr der Tross aus dem seit Samstag politisch, aber noch nicht sportlich getrennten Land direkt weiter ins Quartier Hotel Weissenburg nach Billerbeck, das Trainer Ilja Petkovic von Krstajic empfohlen worden war. Der 32 Jahre alte Abwehrspieler kennt die Herberge aus zahlreichen Trainingslagern vor Schalker Heimspielen.

"Billerbeck ist wie meine Heimat. Ohnehin ist es für mich so, als wenn ich zu Hause spiele", meinte Krstajic. Das zweite Spiel gegen Argentinien am 16. Juni findet sogar in "seiner" Arena in Gelsenkirchen statt. Trotz der schweren Aufgaben in der Vorrunde - letzter Gegner ist am 21. Juni in München die Elfenbeinküste - verbreitet Krstajic demonstrativ Zuversicht: "Ich sag nur: Alles ist möglich."

Der Fall Dusan Petkovic war allerdings nicht der einzige Missklang im Team, in dem mit Ausnahme des montenegrinischen Torwarts Dragoslav Jevric ausschließlich Serben stehen. Vor dem letzten Testspiel gegen eine Kärnten-Auswahl am Sonntag (6:0) gerieten zudem die Stars Mateja Kezman (Atletico Madrid) und Nemanja Vidic (Manchester United) aneinander. Vidic hatte sich nach einem verbalen Disput im Training zu einem üblen Foul an dem Stürmer hinreißen lassen. Kezman ("Das ist mittlerweile vergessen") konnte daraufhin an der Generalprobe nicht teilnehmen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%