Fußball WM
Trinidad und Tobago freut sich auf WM-Helden

Das WM-Aus ist nicht in jedem Land mit Trauer und Wut verbunden. In Trinidad und Tobago freuen sich die Fans auf die Heimkehr ihrer Helden. In Paraguay sind dagegen Proteste angekündigt.

Das Ausscheiden bei der WM ist besiegelt, doch der Ausgang für die Trainer noch völlig offen: Nachdem sich Paraguay und Trinidad und Tobago bereits nach der Gruppenphase von der Endrunde verabschiedet haben, liegt die Zukunft von Anibal Ruiz und Leo Beenhakker noch im Dunkeln. Während sich Beenhakker allerdings auf einen königlichen Empfang in der Karibik freuen darf, muss Ruiz mit seiner Entlassung rechnen.

Ruiz will noch nichts von Abschied wissen

"Ich werde dem Verband einen Bericht vorlegen und dann werden wir eine Entscheidung fällen", sagte Ruiz nach dem unbedeutenden 2:0 (1:0) von Paraguay über die "Soca Warriors" am letzten Spieltag der Gruppe B, doch von einem bereits beschlossenen Abschied wollte er noch nichts wissen. Nach eigenen Angaben hat Ruiz, der die WM weiter beobachten will und deshalb nicht sofort nach Paraguay zurückkehren wird, das weitere Vorgehen bereits mit Verbandschef Oscar Harrison besprochen. Konkret wollte der Coach aber nicht werden.

Allerdings scheint fraglich, ob Harrison in Zukunft überhaupt noch der richtige Ansprechpartner für Ruiz ist. Eine Oppositions-Bewegung gegen den Verbands-Präsidenten hat für den frühen Donnerstagmorgen deutscher Zeit zu einer Demonstration in der Hauptstadt Ausuncion aufgerufen, mit der die Fans ihren Unmut über die Amtsführung Harrisons zum Ausdruck bringen sollen.

Unabhhängig von der Protestkundgebung scheint das Ende der Amtszeit von Ruiz besiegelt. Ein Indiz dafür ist die unverblümte Kritik der Spieler an der Taktik. "Ich glaube nicht, dass wir zu Hause mit Tomaten beworfen werden, aber die Leute denken, dass der Trainer schuld ist. Ich glaube, dass wir gegen England und Schweden nicht das rikiert haben, was nötig gewesen wäre", erklärte Sürmer Roque Santa Cruz vom deutschen Rekordmeister Bayern München. In eine ähnliche Richtung zielt die Aussage des künftigen Dortmunders Nelson Valdez: "Die Fans müssen wissen, dass wir nicht Brasilien sind. Aber wir hatten in unserer Spielweise zu viel Respekt hatten."

Euphorischer Jubel wartet auf "T&T"

Nicht nur großer Respekt, sondern euphorischer Jubel bei einem Umzug durch die Hauptstadt Port of Spain erwartet dagegen die Spieler von "T&T" bei der Ankunft in der Heimat am Freitag. "Ich wünsche mir, dass die Mannschaft einen Empfang erleben wird, wie ihn unser Land noch nicht gesehen hat", sagte Premierminister Patrick Manning in einer eigens anberaumten Pressekonferenz.

Manning will zwar keinen nationalen Feiertag gewähren, dennoch überschlug er sich fast in seinen Lob für die Beteiligten. "Die Mannschaft hat es geschafft, dass nun jede Oma auf dem Planeten Trinidad und Tobago kennt. Leo Beenhakker hat einen Platz im Herzen aller Bürger. Die Engländer werden uns nicht mehr vergessen und die Schweden uns sicher zukünftig mit mehr Respekt behandeln. Das Team hat ein kulturelles Signal in der Welt gesetzt und gezeigt, woraus die Leute hier gemacht sind", erklärte der Premierminister voller Pathos.

Ob sich Beenhakker von der Wortgewalt des Regierungs-Chefs oder den Feierlichkeiten beeindrucken lässt, ist noch offen. "Ich bin unglaublich stolz auf das Team. Vor dem Turnier ging es doch nur darum, wie hoch wir verlieren. Wir haben aber bewiesen, dass wir mithalten können. Jetzt ist es so, dass mein Vertrag ausgelaufen ist. So war es mit dem Verband abgesprochen. Der Verband will nun, dass ich noch zwei Jahre weitermache, aber ich muss mir erst einmal selbst Gedanken darüber machen", meinte der Niederländer.

Gedanken über die Zukunft muss sich auch Dwight Yorke machen. Der Kapitän war nach seinem vermutlichen Karriere-Ende zu Tränen gerührt: "Es war ein Kindheitstraum, Kapitän dieser Mannschaft zu sein. In meinen 20 Profijahren war die WM in Deutschland meine schönste Zeit. Ich habe wohl zum letzten Mal für mein Land gespielt, das war schon sehr emotional."

© SID

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