Fußball WM
Ukraine feiert Einzug ins Achtelfinale

Die ukrainische Nationalmannschaft hat mit 12 000 Fans im Berliner Olympiastadion den Einzug ins Achtelfinale gefeiert. Zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Oleg Blochin Tunesien mit 1:0 besiegt.

Grenzenloser Jubel in blau und gelb im Berliner Olympiastadion. Nach dem 1:0-Erfolg über Tunesien gab es für die ukrainischen Spieler kein Halten mehr. Zusammen mit 12 000 begeisterten Fans feierten und tanzten Schewtschenko und Co. zu den Klängen von "Kalinka". Der Fußballer des Jahres 2004 hatte in der 70. Minute den entscheidenden Treffer erzielt. Jetzt wartet der WM-Neuling in der Runde der letzten 16 auf den Sieger der Gruppe G.

"Das ist ein großartiges Resultat. Die WM ist ein tolles Fest, und es ist gut, dass die Ukraine dabei ist", sagte Volksheld Schewtschenko nach 90 schwachen Minuten. Der enorm lauffreudige Mittelfeldspieler Anatoli Tymoschuk kündigte selbstbewusst weitere Siege an: "Wir sind jetzt unter den besten 16 Mannschaften. Aber es soll weitergehen. Wir werden konzentriert die Aufgabe im Achtelfinale angehen."

Blochin zuversichtlich für das Achtelfinale

Trainer Oleg Blochin war ebenfalls zufrieden: "Wir haben unser Ziel erreicht, nachdem wir nach dem 0:4 gegen Spanien in ein mentales Loch gefallen waren." Obwohl mit Andrej Rusol und Wjatscheslaw Siderski beide Innenverteidiger im Achtelfinale wegen der zweiten gelben Karte ausfallen, blieb der einstige Weltklassestürmer zuversichtlich: "Dann spiele eben ich oder mein Co-Trainer", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Durch den Einzug ins Achtelfinale rettete die Ukraine die Ehre des osteuropäischen Fußballs bei der WM. Zuvor waren Tschechien, Kroatien, Polen sowie Serbien und Montenegro in der Vorrunde ausgeschieden. Der Sieg machte sich bezahlt: Der ukrainische Fußball-Verband schüttete für das Weiterkommen eine Prämie von 2,2 Mill. Euro aus. In der Heimat verfolgte rund ein Drittel der 45 Millionen Einwohner das Spiel am Fernseher und strömte anschließend auf die Straßen und Plätze des Landes.

"Deutschland, Deutschland"-Rufe von den Rängen

Trotz der phasenweise erschreckend schwachen Leistungen beider Teams stellten die Spieler nach dem Abpfiff das Positive in den Vordergrund. "Beide Mannschaften haben heute gut gekämpft", betonte Schewtschenko. Tymoschuk fand sogar lobende Worte für den harmlosen Gegner: "Die haben alles gegeben. Genauso wie wir auch. Man hat schon gemerkt, dass sie ihre Chance unbedingt nutzen wollten." Dass die Zuschauer ab der 70. Minute pfiffen und mit "Deutschland, Deutschland"-Rufen ihrem Ärger Luft machten, schien den beiden Spielern entgangen zu sein.

Schewtschenko sprach von einer kontinuierlichen Steigerung seiner Mannschaft im Turnier. "Wir sind hier von Partie zu Partie besser geworden", sagte der 29-Jährige. Nach dem 0:4 zum Auftakt gegen Gruppensieger Spanien hatte die "Sbirna" Saudi-Arabien mit 4:0 vom Platz gefegt, ehe der Zittersieg gegen Tunesien in die zweite Runde führte.

Die harmlosen Nordafrikaner agierten äußerst nervös und wurden kurz vor der Pause entscheidend geschwächt. Nach einem Foul sah ihr einziger Stürmer, Zied Jaziri, die Gelb-Rote Karte (45.+1). Zuvor war der 22-Jährige wegen einer Schwalbe mit Gelb bedacht worden (9.). Trainer Roger Lemerre verzichtete auf die Einwechselung eines neuen Angreifers und konnte am Ende mit dem Ausscheiden offenbar leben: "Wir teilen unsere Enttäuschung mit allen Tunesiern zu Hause, aber wir brauchen uns nicht zu schämen, das Leben geht weiter. Wir bewegen uns nicht ins Ungewisse, sondern diese großartige Erfahrung wird uns weiter nach vorne bringen."

Tunesien wartet weiter auf den zweiten Sieg bei einer WM

Sein Team verpasste die historische Chance, erstmals bei einer WM in die K.o.-Runde vorzustoßen, und muss weiter auf den zweiten WM-Sieg seit 1978 in Argentinien warten. Damals feierten die "Adler von Karthago" mit dem 3:1 über Mexiko den ersten Sieg einer afrikanischen Mannschaft bei einer WM-Endrunde.

© SID

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