Fußball-WM
Vermarkter zittern mit Ballack & Co.

Viele Fans wollen nach Südafrika. Das hoffen zumindest Reiseveranstalter und Agenturen. Doch bisher warten die deutschen Gäste wohl noch darauf, dass sich ihre Mannschaft auch wirklich qualifiziert. Die Vermarkter demonstrieren derweil Gelassenheit. Zu Recht?

HAMBURG. Mehr als zehn Flugstunden liegen zwischen Frankfurt und Kapstadt. Zu wenige Hotels, fehlende Busse für den Transfer sowie eine begrenzte Anzahl an Inlandsflügen bereiten vielen Reisedienstleistern Kopfzerbrechen. Deutsche Agenturen, die sich nicht bereits vor drei Jahren Betten- und Buskontingente sicherten sowie Dienstleistungsverträge mit ansässigen Agenturen abschließen konnten, werden jetzt Schwierigkeiten haben.

Werner von Moltke hat sich die Probleme zunutze gemacht. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Leo Kirch hat er zwei Luxus-Kreuzfahrtschiffe gemietet. One Ocean Club (OOC) heißt das Unternehmen, an dem sowohl von Moltke als auch sein 83-jähriger Geschäftspartner mit seinem Unternehmen KF15 50 Prozent halten. Einen zweistelligen Millionen-Betrag für Schiffcharter, Liegeplatz- und Restaurantkosten sowie Versicherungen nahm das Gespann in die Hand, um mit den beiden Luxuslinern bei 19 Vorrundenspielen in Durban und Port Elizabeth sowie drei Finalpartien in Kapstadt anzulegen.

Die Vermarktung der 955 Kabinen pro Schiff verantwortet der ehemalige Sportfive-Manager Till Gumz, der die Vertriebsleitung bei OOC innehat. Ein exklusives Vermarktungsmandat gibt es aber nicht. Auch nicht für die deutsche Agentur Sportscom, die sich um die Umsetzung und das operative Geschäft in Südafrika kümmert und ein Kabinen-Kontingent in Deutschland vermarktet.

Die Kunden sollen pro Kabine für ein Drei-Tages-Paket zwischen 1090 und 3500 Dollar bezahlen. WM-Karten sowie die Flüge nach Südafrika und zurück sind im Preis nicht inbegriffen. Dafür warten pro Schiff unter anderem vier Restaurants, elf Bars, eine Disko und ein Spielcasino - und eine eigene Krankenstation. Wie viele Kabinen bereits verkauft sind, will von Moltke jedoch nicht verraten. Nur so viel: "Wir sind optimistisch, dass wir bis zum WM-Start alle Betten vermarktet bekommen."

Guter Dinge ist auch Sportfive-Vertriebschef Carsten Cramer. Die Hamburger Sportrechteagentur ist in Kontinentaleuropa als offizieller Agent des Rechtehalters Match Hospitality für die Vermarktung des Hospitality-Programms der WM zuständig. Im VIP-Bereich unterscheidet Match zwischen Logen, Suite Hospitality und Business Seats. Im Bereich der Business Seats werden Preise zwischen 950 Dollar für eine Gruppenpartie und 11700 Dollar für sämtliche acht Spiele im Johannesburger Soccer-City-Stadion aufgerufen. Beim Suite-Hospitality-Programm dagegen muss ein Kunde zwischen 1500 Dollar für ein Spiel in der Gruppenphase und beispielsweise 16000 Dollar bei allen Spielen in Kapstadt bezahlen. Zusätzlich zu den VIP-Tickets bietet Sportfive auch die Reiseorganisation an. Darum kümmert sich die Tochter VIP Sportstravel.

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