Fußball WM
Vorfreude und Zufriedenheit nach Auslosung

Im deutschen Lager sind sich nach der über 90 Minuten zelebrierten Auslosung in Kapstadt alle einig: In den Gruppe D warten machbare Aufgaben auf das Team von Joachim Löw.

Nach dem Auslosungs-Spektakel von Kapstadt konnte Joachim Löw seine Vorfreude auf die bevorstehende "Fußball-Safari" nicht verbergen. "Ich freue mich auf Südafrika", sagte der Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, nachdem seinem Team eine "Todesgruppe" bei der WM 2010 erspart blieb und in der Gruppe D Australien, Serbien und Ghana als Gegner beim "final draw" im International Convention Centre zugelost wurden. Der 49-Jährige geht nach der 90-Minuten-Show, die weltweit rund 200 Mill. Fußball-Fans live am Fernsehschirm verfolgt hatten, entspannt und gleichzeitig zuversichtlich ins WM-Abenteuer 2010.

"Von Losglück kann man nicht sprechen. Das ist schon ein anspruchsvolles Auftaktprogramm. Es ist eine schwere Gruppe, aber machbar", bilanzierte der Coach. Natürlich weiß Löw, dass die Australier Deutschland beim 4:3 beim Confed Cup 2005 das Leben unerwartet schwer gemacht hatten, dass Serbien in der WM-Qualifikation immerhin Vize-Weltmeister Frankreich hinter sich gelassen hatte und Ghana mit Superstar Michael Essien zu den spielstärksten afrikanischen Teams zählt.

Dennoch ist für den Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld klar: "Deutschland kommt weiter. Serbien wird höchstwahrscheinlich Zweiter. Ghana schätze ich unter den afrikanischen Startern nicht so stark ein. Und Australien muss man schlagen." Auch die deutschen Spieler sehen es ähnlich.

Gomez: Müssen sowieso jeden schlagen

"Mit dieser Gruppe können wir sehr gut leben. Als deutsche Nationalmannschaft muss man immer die Vorrunde überstehen. Es gibt ganz andere Gruppen, die mit Brasilien, der Elfenbeinküste und Portugal zum Beispiel: Das ist der Hammer. Wir können zufrieden sein", urteilte Philipp Lahm. Sein Münchner Teamkollege Mario Gomez ergänzte: "Wir stehen sowieso in der Pflicht, jeden zu schlagen, wenn wir Weltmeister werden wollen."

Beim Bundestrainer weckt vor allem das Duell gegen Serbien persönliche Erinnerungen. Denn 2003 empfing der heutige serbische Nationalcoach Radomir Antic in seiner Zeit beim FC Barcelona den damaligen "Hospitanten" Löw - nun kommt es in der WM-Vorrunde zum Wiedersehen.

Löws Wiedersehen mit Antic

Der 61-jährige Antic hat eine hohe Meinung vom Löw-Team: "Deutschland ist der Favorit. Wir werden aber alles tun, um eine gute Rolle zu spielen." Interessanterweise ist auch der Coach von Deutschlands letztem Vorrunden-Gegner Ghana, Milovan Rajevac, Serbe. Löw muss sich somit darauf einstellen, dass sich die Serben und die "Black Stars" in ihrer Spielweise ähneln werden.

Der deutsche WM-Auftaktgegner Australien (13. Juni, 20.30 Uhr in Durban) wird derweil von einem absoluten Deutschland-Kenner betreut. Der Niederländer Pim Verbeek kennt das Nachbarland aus dem Eff-Eff und meinte nach der Auslosung der WM-Vorrunden-Gruppen im International Convention Centre ziemlich gelassen: "Meine Mannschaft steht nicht im Verdacht, vor Ehrfurcht vor einem großen Gegner zu erstarren."

Immerhin erwies sich Australien als Vorrunden-Gegner schon einmal als gutes Omen. 1974 in Deutschland wurden die "Aussies" 3:0 geschlagen - die DFB-Auswahl wurde am Ende Weltmeister. Dem Auftaktspiel in Durban kommt aus Löws Sicht entscheidende Bedeutung zu: "Wir müssen uns auf diese Aufgabe sehr konzentriert vorbereiten, es ist ganz wichtig, dieses erste WM-Spiel zu gewinnen."

Australien furchtlos

Sehr selbstbewusst äußerte sich allerdings Australiens Coach Verbeek. "Der Auftakt gegen Deutschland ist genau richtig, wir lieben es, gegen große Mannschaften zu spielen." Bei der WM 2006 scheiterten die Kicker von "down under" höchst unglücklich durch einen unberechtigten Foulelfmeter in der Nachspielzeit im Achtelfinale am späteren Weltmeister Italien (0:1).

Brisanz birgt auch das Duell gegen Ghana für DFB-Kapitän Michael Ballack. Der Mittelfeldspieler trifft auf seinen Chelsea-Teamkollegen Michael Essien, der der unumstrittene Leader in der Mannschaft der Ghanaer ist. Bei der WM 2006 in Deutschland bedeutete Brasilien in der Runde der letzten 16 die Endstation für Essien und Co.

© SID

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