Fußball WM
WM-Ausrichter Südafrika vor massiven Problemen

Vier Jahre vor der WM im eigenen Land häufen sich für Südafrika die Probleme. Die Kosten laufen aus dem Ruder, der Startschuss für den Bau der Stadien und Infrastruktur lässt zudem auf sich warten.

Ausufernde Kosten, dazu Verzögerungen beim Startschuss für den Bau von Stadien und Infrastruktur: Südafrika steht vier Jahre vor der WM im eigenen Lande vor unübersehbaren Problemen und hat nach dem gelungenen Fest in Deutschland mit riesigen Erwartungen zu kämpfen. Die Party zum Start des WM-Countdowns am Freitag in Berlin (18 Uhr) kann über die vielen Sorgen am Kap der Guten Hoffnung nicht hinwegtäuschen.

"Meine Sorge ist, dass sie mit ihrem Job nicht fertig werden", hatte zuletzt Pele gesagt. Das brasilianische Idol spricht vielen Beobachtern aus der Seele. Spätestens nach dem Endspiel am Sonntag in Berlin rückt das Land auf dem Schwarzen Kontinent in den Fokus der Fußball-Welt. Fifa-Präsident Joseph Blatter zeigt Verständnis für die schwierige Situation und gibt Ratschläge: "Deutschland hat die Messlatte sehr hoch gelegt. Südafrika muss jetzt arbeiten und braucht Geduld."

Blatter: "Natürlich braucht Südafrika Hilfe"

Dabei war es Blatter selbst, der das riskante Projekt "Südafrika 2010" unterstützt hatte. Der Schweizer wollte bereits die WM 2006 am Kap stattfinden lassen und muss nun nahezu täglich neuen Bedenkenträgern den Wind aus den Segeln nehmen: "Natürlich braucht Südafrika Hilfe, die Fifa unterhält schon seit Monaten ein Büro in Johannesburg. Die deutsche Bundesregierung, der DFB, Großbritannien, Frankreich und die EU wollen ihr Wissen einbringen."

Große Sorgen bereitet vor allem der Stadionbau. Vier der seit März benannten zehn Arenen müssen neu gebaut werden, dafür ist der erste Spatenstich aber noch immer nicht erfolgt. Die restlichen Arenen benötigen umfassende Renovierungsarbeiten.

Während Deutschland vier Jahre vor dem Start seiner WM sämtliche Finanzierungs- und Baupläne vorlegen konnte, sind die Planungen in Johannesburg und Kapstadt noch lange nicht so weit. Ursprünglich hatte die Fifa verlangt, dass die Arenen bis 2008 fertiggestellt sein sollen, doch von dieser Maßgabe muss man wohl schnell wieder Abstand nehmen.

Fifa muss tief in die Tasche greifen

Die Fifa muss für das Experiment in Afrika tief in die Tasche greifen. Nach jüngsten Schätzungen wird der Zuschuss des Verbandes auf eine Milliarde Dollar anwachsen. Da ist die Bekanntgabe des ersten Nationalen Förderers am Donnerstag nicht mehr als ein kleiner Hoffnungsschimmer. Die First National Bank (FNB) will sich ihr Engagement 30 Mill. Dollar kosten lassen. Wichtigster Geldgeber ist die Regierung, die für den Transport der 500 000 erwarteten Fußball-Touristen die Flughäfen und Straßen ausbauen lassen will. Rund 1,6 Mrd. Euro sollen in verkehrstechnische Maßnahmen fließen.

Die südafrikanische Regierung will allerdings bei wichtigen Entscheidungen mitreden. Da in den kommenden Jahren mehrere Wahlen auf dem Programm stehen, droht die WM-Vorbereitung zum Thema des Wahlkampfes zu werden.

"Haben eben keinen Franz Beckenbauer"

Eine große Fußball-Lobby wie in Deutschland, die in der Vorbereitung viele Schwierigkeiten aus dem Weg räumen konnte, gibt es am Kap nicht. "Wir haben eben keinen Franz Beckenbauer", sagte eines der 80 Delegations-Mitglieder, die während der WM in Deutschland von Spielort zu Spielort reisten, um möglichst viele Eindrücke mitzunehmen. "Sie waren an allem interessiert, vor allem in Fragen der Organisation und Logistik", sagte Heinz Palme, im deutschen OK für die Betreuung der Gäste zuständig.

Angesichts der vielen Sorgen ist es gut, eine breite Unterstützung hinter sich zu haben. Zum Start des Countdowns am Freitag vor dem Brandenburger Tor haben hochrangige Würdenträger ihr Kommen angesagt. Dazu zählen UN-Generalsekretär Kofi Annan und Südafrikas Staatspräsident Thabo Mbeki genauso wie Fifa-Chef Blatter, OK-Präsident Franz Beckenbauer und Pele. Die Party auf der Fan-Meile wendet sich an Mill. von TV-Zuschauer in 120 Ländern. Südafrikas ehemaliger Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela wird auf einer Großbildleinwand zugeschaltet.

© SID

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