Fußball WM
WM-Eröffnungstag erlebt friedliches Fußballfest

Am Eröffnungstag der WM 2006 in Deutschland sind im gesamten Bundesgebiet befürchtete Krawalle komplett ausgeblieben. Rund um das Eröffnungsspiel des DFB-Teams in München gab es insgesamt 17 Festnahmen.

Die Angst vor Krawallen am Eröffnungstag der Weltmeisterschaft hat sich in den Spielorten München, Gelsenkirchen und im kompletten Bundesgebiet als unbegründet herausgestellt. In Gelsenkirchen, wo Polen am Abend auf Ecuador traf, sind Ausschreitungen ausgeblieben. Auch rund um das Eröffnungsspiel in München feierten Zehntausende ein weitgehend friedliches Freudenfest, vor dem 4:2-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Costa Rica gab es lediglich 17 Festnahmen.

Bei einer Veranstaltung auf dem Marienplatz schlug ein Mann mit einem Stock um sich, verletzte aber niemanden. In einem Biergarten verprügelten vier Deutsche einen dänischen Fan, der die Flagge seines Landes schwenkte. Zwei der Angreifer wurden festgenommen, der Däne leicht verletzt. Außerdem verhaftete die Polizei fünf albanische Taschendiebe. Zudem nahm die Polizei vorübergehend neun Personen beim Fan-Fest im Olympiapark fest.

"Heitere Stimmung" in München

In der bayerischen Landeshauptstadt waren insgesamt 3 000 Polizisten im Einsatz. Polizeisprecher Peter Reichl sprach von einer "heiteren Stimmung im ganzen Stadtgebiet". Die meisten Kräfte waren am Olympiapark stationiert, wo der größte Public-Viewing-Platz der Stadt gegen 16.30 Uhr wegen Überfüllung geschlossen wurde. 35 000 Menschen verfolgten dort das Eröffnungsspiel. Ein niedergerissener Zaun, durch den sich weitere Personen Eintritt verschaffen wollten, wurde schnell wieder repariert. In diesem Zusammenhang kam es aber zu den meisten Festnahmen.

Während des Spiels am Abend wurde im Umkreis von 56 Kilometern um die WM-Arena eine Flugverbotszone eingerichtet, die von Awacs-Aufklärern der Nato überwacht wurde. Gut die Hälfte der 7 000 Münchner Polizisten waren am Freitag im direkten WM-Einsatz, der Rest musste sich in Bereitschaft halten. Rund um das Stadion blieb es zunächst ruhig, ebenso im restlichen Deutschland. Die Expertenkommissionen von Polizei und Bundesinnenministerium meldeten "keine nennenswerten Zwischenfälle".

Keine Festnahmen in Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen regierte statt Blau und Weiß am Freitag Rot-Weiß: Mehrere tausend polnische Fußball-Fans bevölkerten schon Stunden vor dem ersten WM-Spiel ihrer Mannschaft die Innenstadt von Gelsenkirchen. Zwischenfälle gab es auch dort keine. Horrormeldungen von Tausenden von polnischen Hooligans, die in die Stadt einfallen würden, hatten mit der Realität nichts zu tun. Bis zum Abend gab es keine einzige Festnahme.

Rund 14 000 Polen wurden in Gelsenkirchen erwartet, die meisten von ihnen kamen mit Autos und Bussen. Etwa 1 200 Fans reisten mit drei Sonderzügen an. Sie wurden am Hauptbahnhof von rund 100 Polizisten in Empfang genommen, zudem begleiteten sie Beamte aus der Heimat und ein privater Sicherheitsdienst.

Zu Zwischenfällen kam es nicht. "Alles ist ruhig. Es ist ein großes Fußballfest", sagte Polizei-Pressesprecher Peter Nowak bei der Ankunft des zweiten Sonderzuges aus Warschau fünf Stunden vor dem Anpfiff: "Die Kleinigkeiten, die wir bisher registriert haben, sind kleiner als die Sachen, die sonst jeden Tag vorkommen."

Ausgiebiger Alkoholgenuss kann Stadionbesuch kosten

Sorgen machte dem Polizei-Sprecher einzig der ausgiebige Alkoholgenuss einiger Fans: "Wenn wir das sehen, sagen wir: Lasst es langsam gehen, sonst kommt ihr nicht ins Stadion." Zuschauer, die sichtlich alkoholisiert sind, erhalten zu den WM-Spielen keinen Einlass. Doch auch am Abend, als gut 30 000 Zuschauer in der Arena und etwa 8 000 vor einer Großbildleinwand in der Glückaufkampfbahn das deutsche Spiel verfolgten, hieß es: "Keine Vorkommnisse".

Einziger Wermutstropfen für die Polizei in Gelsenkirchen: Die Demonstration der rechtsextremen NPD am Samstag wird nun doch stattfinden. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gab am Tag der WM-Eröffnung einem entsprechenden Eilantrag der NPD statt.

© SID

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