Fußball WM
WM-Finale zwischen Jubel und Skandalurteil

Trotz des Erreichens des WM-Endspiels droht einigen Stars aus Italien und Frankreich nach dem Finale ein böses Erwachen. Insgesamt 16 Profis befürchten wegen des Skandals in Italien die Arbeitslosigkeit.

Nach dem WM-Endspiel könnte es für einige Stars aus Italien und Frankreich ein böses Erwachen geben: Durch den ausufernden Wett- und Manipulationsskandal in Italien droht 16 Teilnehmern am Finale zwischen der "Squadra Azzurra" und den Franzosen in Berlin ein höchst ungewöhnliches Schicksal. Bereits am Montag könnte das Urteil im "schlimmsten Skandal der Geschichte" (Italiens Idol Gigi Riva) die Superstars unsanft in die Realität zurückholen und den Transfermarkt vor der kommenden Saison mächtig aufwirbeln.

Wenn das Sportgericht des italienischen Verbandes Figc die erwartete Härte zeigt und Rekordmeister Juventus Turin, den AC Mailand, Lazio Rom und den AC Florenz in die Serie B versetzt, wäre eine wahre Traumelf zu haben. Eine kleine Kostprobe? Eine Abwehr mit Italiens Kapitän Fabio Cannavaro, Alessandro Nesta, Außenverteidiger Gianluca Zambrotta und dem französischen Rekordnationalspieler Lilian Thuram wäre sicherlich weltweit einzigartig.

"Ich werde Juve immer treu bleiben, selbst beim Abstieg in die Serie C", hatte der zweimalige Welttorhüter Gianluigi Buffon zwar mit stolzem Blick verkündet, kam dann aber nur wenige Tage später bereits deutlich kleinlauter daher: "Am Ende wird sicherlich der Egoismus den Ausschlag geben." Und der kleine Teufel auf der Schulter flüstert selbst der treuesten Fußballerseele, dass es in Zukunft auf dem Apennin wohl keine astronomischen Gehälter mehr zu verdienen gibt.

Madrid ködert Cannavaro und Zambrotta

Dementsprechend strecken die ersten Profis bereits die Fühler nach den europäischen Spitzenteams aus. Cannavaro, der überragende Abwehrspieler des Turniers, wird nach seinem 100. Länderspiel mit den Königlichen von Real Madrid in Verbindung gebracht. Ebenso Zambrotta, und dies nicht ganz zufällig: Ihr Vereinstrainer bei Juventus Turin, Fabio Capello, hat das sinkende Schiff als erster in Richtung Madrid verlassen und hofft nun auf Unterstützung seiner Landsleute.

Lilian Thuram muss sich dagegen eventuell nicht mehr mit dem Problem der Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau beschäftigen. Nach 121 Spielen im blauen Trikot der Grande Nation denkt der 34-Jährige an den Wechsel ins Rentnerdasein. "Ich weiß noch nicht, ob ich überhaupt weitermache", sagte der Weltmeister von 1998, der bislang ebenfalls für Juventus spielte.

Dagegen ist sein Mannschaftskamerad David Trezeguet (28) noch im besten Fußballeralter. Am Sonntag hatte der Schütze des Golden Goal im EM-Finale 2000 (2:1 n.V. gegen Italien) die Chance, schon mal eine Visitenkarte abzugeben und sich damit für einen großen Verein zu empfehlen. Wie sein italienischer Juve-Sturmpartner Alessandro Del Piero. Damit, dass ihr Klub ungeschoren davonkommt, ist jedenfalls nicht zu rechnen.

© SID

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