Fußball WM
WM-Generalprobe für DFB-Damen gegen Norwegen

Die Frauenfußball-WM beginnt zwar erst in anderthalb Wochen, doch das Turnier ist in den Köpfen der Spielerinnen schon jetzt allgegenwärtig. Im Testspiel gegen die starken Norweger soll der Ernstfall geprobt werden.

Das Flugzeug nach Schanghai startet erst am kommenden Montag und bis zur Weltmeisterschaft in China sind es noch anderthalb Wochen, doch schon jetzt ist die deutsche Frauen-Nationalmannschaft heiß auf eine mögliche Titelverteidigung.

"Bei mir kribbelt es schon sehr. Ich bin froh, dass wir kurz vor dem Abflug stehen. Auf jeden Fall werden wir mit einem guten Gefühl nach China reisen", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid und hofft mit Blick auf das Unternehmen Titelverteidigung, dass sich vor Ort die Anspannung löst und einige ihrer Schützlinge "befreiter" auftreten.

Am Dienstagabend löste ein Vortrag letzte Rätsel über die Gepflogenheiten im Reich der Mitte. Zuvor hatte Neid ihre Spielerinnen auf die WM-Generalprobe am heutigen Donnerstag gegen den Weltranglisten-Vierten Norwegen im Mainzer Bruchwegstadion (15.55 Uhr/live im ZDF) eingeschworen und dabei den Konkurrenzkampf verbal noch einmal richtig angeheizt.

"Ich will, dass jede Spielerin 120 Prozent bringt. Wenn sie das nicht tut, muss sie sich hinterfragen", mahnte Neid, die ihre Elf für die WM (10. bis 30. September) bis auf drei vakante Positionen bereits im Kopf hat.

Verletzungssorgen beim Europameister

Allerdings plagen den Europameister vor der abschließenden Standortbestimmung Verletzungssorgen. Simone Laudehr (Oberschenkelzerrung/Duisburg) und Linda Bresonik (Adduktorenblessur/Essen-Schönebeck) werden geschont und stehen definitiv nicht im Kader für das Norwegen-Spiel. Auch Renate Lingor (Bänderdehnung im Knie), Sandra Smisek (Oberschenkelverhärtung/beide Frankfurt) sowie Martina Müller (Rippenprellung/Wolfsburg) sind angeschlagen. Wer am Donnerstag einsatzbereit ist, gibt Neid erst kurzfristig bekannt.

Letztlich will die 43-Jährige die Trainingseindrücke vor Ort über die Anfangsformation für den WM-Auftakt am 10. September in Schanghai gegen Argentinien entscheiden lassen. Neid: "Ich muss bis zum Schluss flexibel bleiben und sehen, wer aktuell gut drauf ist." Wegen des extremen Klimas mit einer hohen Luftfeuchtigkeit möchte die Fußballlehrerin die Trainingseinheiten in Schanghai aber eher kurz halten, "denn wir wollen völlig ausgeruht in die Spiele gehen", erklärte Neid ihre Marschroute.

Starke Norweger als Generalprobe

Die Generalprobe gegen WM-Teilnehmer Norwegen vor erhofften 10 000 Zuschauern am Mainzer Bruchweg kommt der Ex-Nationalspielerin gerade recht, um den Ernstfall zu proben. "Wir haben uns für diesen wichtigen Termin ganz gezielt einen starken Gegner ausgesucht. Die Skandinavierinnen sind robust und kopfballstark, spielen mit drei Spitzen. Das wird ein Knüller und ein echter Test für uns", kündigte Neid an, die zuletzt unzufrieden mit der Chancenverwertung war.

Auch Torhüterin Nadine Angerer (Potsdam) nahm ihre Mitspielerinnen ungeachtet der letzten Kantersiege gegen die Schweiz (7:0), Dänemark (4:0) und Tschechien (5:0) in die Pflicht. "Unlängst gab es bei der Abstimmung in der Abwehr Probleme. Das darf bei einer WM nicht mehr passieren. Denn dort wird das gnadenlos bestraft", warnte Stammkeeperin Angerer. Offensivkraft Kerstin Garefrekes (Frankfurt), der in der vergangenen Woche gegen die Schweiz ein Hattrick gelungen war, forderte indes, "dass wir endlich einmal über 90 Minuten die Konzentration wahren."

© SID

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