Fußball WM
WM-Kosten wachsen Südafrika über den Kopf

Die Zweifel und Bedenken an der Vergabe der WM 2010 an Südafrika erhalten neue Nahrung. Die Kosten für die Schaffung der Infrastruktur wachsen dem afrikanischen Land völlig über den Kopf.

Das südafrikanische Organisationskomitee hat bisher die Zweifler und Kritiker, die die Vergabe der WM 2010 an das afrikanische Land stets in Frage gestellt haben, nicht zum Schweigen bringen können. Im Gegenteil: Das Chaos um den Aufbau der WM-Infrastruktur in Südafrika geht weiter. Die Kosten für das Gastgeberland der Weltmeisterschaft 2010 haben sich nach neuesten Berechnungen auf umgerechnet 1,3 Mrd. Euro (12 Mrd. Rand) fast explosionsartig erhöht. Dabei werden allein für die Stadionbauten Investitionen von 900 Mill. Euro (8,3 Mrd. Rand) veranschlagt. Bei der Vergabe der WM-Endrunde im Jahr 2004 war lediglich mit Gesamtkosten von 270 Mill. Euro gerechnet worden.

Für Transport (384 Mill. Euro) und Übertragungstechnik (42 Mill. Euro) sind ebenfalls höhere Aufwändungen als zunächst erwartet notwendig. Das südafrikanische WM-Organisationskomitee dementierte allerdings am Mittwoch, dass die Kostenentwicklung vor allem für die Stadien unterschätzt worden sei.

Jordaan: "Wir müssen fünf neue Stadien bauen"

"Wir müssen fünf neue Stadien für den Fußball bauen", erklärte WM-OK-Chef Danny Jordaan auf einer Pressekonferenz. Ursprünglich wollten die Südafrikaner auf vorhandene Arenen zurückgreifen. Jordaan wehrte sich zudem gegen Darstellungen, die Kap-Republik sei zeitlich hinter ihrem Plan zurück.

Allerdings hatte sogar Fifa-Präsident Joseph S. Blatter das südafrikanische OK kritisiert. "Ich will ihnen nochmals die Bedeutung der WM vor Augen führen und das OK auffordern, besonders die fünf Stadionneubauten schnellstens in Angriff zu nehmen. Denn es ist allerhöchste Zeit", hatte der Chef des Weltverbandes unlängst erklärt: "Sie haben Pläne, Geld und bereits Entscheidungen getroffen, aber ich habe dort noch niemanden mit Spitzhacke und Spaten gesehen, der mit der Arbeit beginnt."

Horst R. Schmidt soll südafrikanischem OK unter die Arme greifen

Als wichtiger Helfer steht den Südafrikanern nun auf Veranlassung des Weltverbandes Fifa DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt zur Seite. Laut Absprache mit der Fifa wird sich der 64-Jährige etwa eine Woche pro Monat mit dem Südafrika-Projekt befassen.

Schmidt war bereits bei der WM 2006 in Deutschland Vizepräsident des Organisationskomitees und soll mit seiner Erfahrung den Südafrikanern in einem Büro in Johannesburg die nötige Unterstützung bei der Bewältigung der zahlreichen Probleme geben. Blatter erklärte, dass Schmidt in den kommenden Jahren "der verlängerte Arm des Generalsekretärs der Fifa (Urs Linsi, d.Red.) ist, er ist nicht nur sein Berater".

Schon während der WM in Deutschland hatte es Berichte gegeben, dass die Bedenken innerhalb der Fifa bezüglich der WM-Gastgeberrolle Südafrikas wachsen. Als mögliche Ersatzausrichter waren vor allem die USA, aber auch Deutschland als Weltmeisterschafts-Gastgeber in diesem Jahr gehandelt worden.

© SID

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