Fußball WM: WM-OK von Vogelgrippe noch unbeeindruckt

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WM-OK von Vogelgrippe noch unbeeindruckt

Das WM-Organisationskomitee sieht die Weltmeisterschaft 2006 durch die Vogelgrippe nicht gefährdet. "Das Ganze ist für uns immer noch eine Tierseuche", beschwichtigt OK-Sprecher Gerd Graus.

Die Diskussion über die Absage der Weltmeisterschaft (9. Juni bis 9. Juli) wegen der Vogelgrippe hält das deutsche Organisationskomitee (OK) derzeit für vollkommen unangebracht. "Es ist nicht der Zeitpunkt, um über die Absage einer WM zu reden. Das Ganze ist für uns immer noch eine Tierseuche. Von einer Pandemie kann wohl keine Rede sein. Und wir hoffen ja wohl alle, dass es nicht so weit kommt", sagte OK-Sprecher Gerd Graus.

Zuvor hatten verschiedene Politiker erklärt, dass beim Ausbruch einer Seuche unter den Menschen der Fußball ohnehin keine Rolle mehr spielen würde. "Wenn auch Menschen erkranken, brauchen wir nicht mehr über die Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft nachzudenken", erklärte der FDP-Landwirtschaftsexperte Hans-Michael Goldmann in der "Bild"-Zeitung. Die Vorstellung, die WM dann noch durchzuführen, sei abwegig. Außerdem wäre "kein Mensch so verrückt, dann noch ins Stadion zu gehen".

"Menschen an erster Stelle"

Auch für Agrarpolitiker Franz-Josef Holzenkamp (CDU) ist im Fall des Seuchenausbruchs der Sport bedeutungslos: "Wenn der Virus so gefährlich wird, stehen die Menschen an erster Stelle und nicht die Fußball-WM!" Die Bundesregierung hatte zuletzt erklärt, dass die Ausrichtung der WM aus heutiger Sicht nicht gefährdet sei.

Klaus Stöhr, der Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation WHO, sieht die Austragung ebenfalls nicht in Gefahr. "Die WM wird sicherlich stattfinden. Man muss die Entwicklung weiter verfolgen und man hofft, dass das Virus nicht mutiert. Aber es kann eintreten. Deshalb muss man über bestimmte Szenarien nachdenken, wie man Großveranstaltungen handhaben würde, in einer Situation, falls das Virus mutiert. Aber das hat es nicht getan, und wir hoffen, dass das so bleibt", erklärte der Wissenschaftler im DSF.

© SID

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