Fußball WM
WM-Tross im Reich der Mitte angekommen

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist sechs Tage vor ihrem ersten WM-Spiel in China eingetroffen. Nach dem zehnstündigen Flug gestattete Bundestrainerin Silvia Neid ihrem Team neun Stunden Zeit zur Erholung.

Rund sechs Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in China ist die deutsche Frauen-Nationalmannschaft erfolgreich beim Gastgeber eingetroffen. Am Dienstagvormittag kurz nach 10.00 Uhr Ortszeit landete der Weltmeister auf dem Flughafen Schanghai Pudong International. Allerdings fühlten sich die 21 Spielerinnen und ihre Betreuer nach dem rund zehnstündigen Kontinentalflug nicht wirklich weltmeisterlich, und so wurde bei der ersten "Übungseinheit" im Reich der Mitte wenige Tage vor dem WM-Auftaktspiel am Montag (10. September) gegen Argentinien (14.00 Uhr Mesz/live im ZDF und bei Eurosport) der geordnete Rückzug auf die Zimmer des Manschaftshotels Hua Ting geübt.

"Keine Kühlwesten dabei"

DFB-Trainerin Silvia Neid gestattete ihren Spielerinnen neun Stunden Zeit zur Erholung und Akklimatisierung, bevor sie die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um 19.00 Uhr (13.00 Uhr Mesz) zum ersten Training bei regnerischem und schwülem Wetter antreten ließ. "Wir haben keine Kühlwesten dabei. Wir werden abends immer so um 19.00 Uhr trainieren, wenn es nicht mehr so heiß ist. Die Einheiten werden kurz und knapp sein. Wir wollen absolut ausgeruht ins Turnier gehen", erklärte Neid ihre Marschroute für die kommenden Wochen, die bis zum Finale am 30. September in Schanghai führen soll.

Beim Training mit von der Partie war auch Kerstin Garefrekes, die sich trotz ihres 28. Geburtstages natürlich nicht um die Einheit drücken konnte. Ihren großen Auftritt hatte die Mittelfeldspielerin vom deutschen Meister 1. FFC Frankfurt schließlich schon in der Luft irgendwo über Asien, wo sie sich ein Ständchen der Teamkolleginnen anhören und die Geburtstagstorte anschneiden durfte.

"Am liebsten den Titel"

Damit hatten sich die Feierlichkeiten allerdings auch schon weitgehend erledigt, denn Neid verlangt volle Konzentration auf dem Weg zum Titel. "Wir fahren nicht zur WM, um etwas zu verteidigen, sondern um etwas zu gewinnen. Wir sind selbstbewusst und wollen natürlich am liebsten den Titel. Aber wir wissen auch, dass wir die Gejagten sein werden", sagte die 43-Jährige, deren Spielerinnen sich bei einem erneuten WM-Triumph über eine Prämie von 50 000 Euro pro Kopf vom DFB - vor vier Jahren waren es noch 15 000 Euro - freuen können. Zudem erhält das Siegerteam eine Million Dollar (735 300 Euro) vom Weltverband Fifa.

Um das Geld wäre es DFB-Präsident Theo Zwanziger nicht schade - ganz im Gegenteil. "Der Titel wäre für den deutschen Fußball insgesamt und die Entwicklung in der Zeit nach der WM unbezahlbar", meinte der Delegationsleiter, der am Sonntag nach China reist. Insbesondere mit Blick auf die Frauen-WM 2011, für die sich der DFB neben Australien, Kanada und Peru beworben hat, wäre ein erfolgreiches Abschneiden in China von immenser Bedeutung.

Damit dieses Ziel verwirklicht werden kann, hat der Verband keine Kosten und Mühen gescheut. Sogar ein eigener Koch wurde mit auf die Reise genommen. Neid, deren Mannschaft in der Vorrundengruppe A neben Argentinien noch auf England (14. September in Schanghai) und Japan (17. September in Hangzhou) trifft, vertraut dem in Deutschland ausgebildeten Chinesen jedenfalls voll und ganz: "Der weiß, was wir gerne essen. Wir haben ihn dabei, damit wir keine Schlangen essen."

© SID

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