Fußball WM
Zico bringt den Japanern Selbstbewusstsein bei

Japans Nationaltrainer Zico ist überzeugt, mit den "blauen Samurai" ins WM-Halbfinale einziehen zu können. "Meine Spieler sind darauf trainiert, sich nicht vor den hässlichen Gesichtern einiger Gegner zu fürchten."

In den letzten vier Jahren hat Zico den japanischen Nationalspielern Glauben in die eigenen Fähigkeiten eingeimpft. Nun ist der brasilianische Nationaltrainer des Asienmeisters, der am Dienstag (20.30 Uhr/live in der ARD) in Leverkusen auf die deutsche Nationalmannschaft trifft, überzeugt mit einer ungewöhnlichen Philosophie Erfolg zu haben. "Meine Spieler sind darauf trainiert, sich nicht vor den hässlichen Gesichtern einiger Gegner zu fürchten", erklärt der einstige Weltstar.

Der Ansatz des 53-Jährigen, der nach der WM seinen Posten aufgibt und mit einem Engagement bei einem europäischen Top-Klub liebäugelt, ist kein Zufall. Denn anders als für viele seiner ausländischen Vorgänger sind die "blauen Samurai" und ihr Seelenleben für den "weißen Pele", wie der dreimalige WM-Teilnehmer (1978, 1982 und 1986) wegen seiner genialen Ballkunst als Profi in Anlehnung an Brasiliens Idol genannt wurde, kein Buch mit sieben Siegeln geblieben.

"Japaner glauben nicht an sich"

Schon bei seinem Amtsantritt 2002, nach Nippons erstmaligem Einzug in ein WM-Achtelfinale im eigenen Land, galt Zico nach zuvor über zehn Jahren als Profi, Coach oder Technischer Direktor in der J-League als ausgesprochener Kenner der japanischen Mentalität und ihrer Auswirkungen im Fußball.

"Die Japaner haben ein großes Problem: Sie glauben nicht an sich. Außerdem stellen sie sich der Verantwortung nicht, gehen Konfrontationen aus dem Weg und sind sehr theoretisch", äußert der frühere Weltstar und blickt auf seine gar nicht mal so leichte Ausgangsposition zurück. Vier Jahre arbeitete der gefürchtete Freistoß-Spezialist intensiv an diesen Schwierigkeiten. Sein Fazit: "Wenn meine Spieler das alles überwinden, kann Japan ein Gigant mit dem Ball vor den Füßen sein."

Traum vom Halbfinale

Entsprechend selbstbewusst steckt Zico, der nach anfänglichen Problemen erst seit dem Triumph der Mannschaft aus dem Land der aufgehenden Sonne bei der Asienmeisterschaft 2004 ungestört seinen Plan für das Unternehmen WM umsetzen konnte, die Ziele für seine Mannschaft bei der WM in Deutschland ab: "Wir sind gekommen, um zu siegen. Das Halbfinale kann für uns machbar sein."

Die breite Brust der schmächtigen Asiaten, die angesichts ihrer zum Teil eklatanten Abschlussschwäche im Angriff besonders auch auf zur neuen Saison vom Hamburger SV zu Eintracht Frankfurt wechselnden Bundesliga-Profi Naohiro Takahara setzen, macht schon Zicos Fahrplan durch die Vorrunden-Gruppe F ins Achtelfinale deutlich: "Wir wollen gegen Australien gewinnen und einen Punkt gegen Kroatien. Ich glaube außerdem, dass wir auch gegen Brasilien einen Punkt schaffen können."

Überwältigende Gefühle bei den Hymnen

Trotz der mit einer gehörigen Portion Zweckoptimismus gepaarten Zuversicht blickt Zico gerade der möglicherweise für den Erfolg von Japans WM-Operation entscheidenden Partie gegen den Weltmeister auch mit Bangen entgegen: "Ich muss sehr stark sein, um bei einer WM gegen mein Heimatland antzutreten."

Die zwei Herzen in seiner Brust machten Arthur Antunes Coimbra, so der bürgerliche des 89-maligen Nationalspielers (66 Tore), schon beim beachtlichen 2:2 gegen die "Selecao" während des Confed Cups 2005 zu schaffen: "Was ich bei den Nationalhymnen durchgemacht habe, wünsche ich niemandem. Meine Gefühle hätten mich fast übermannt."

© SID

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