Fußball WM
Zwanziger fordert "Null-Toleranz"-Politik

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hat mit Blick auf die WM ein hartes Vorgehen gegen Rassismus angekündigt. "Dieses schleichende Gift lässt sich nur durch eine Politik der Null-Toleranz bekämpfen", sagte der 60-Jährige.

Der Rassismus soll bei der WM in Deutschland nach Aussage von Dr. Theo Zwanziger keine Chance erhalten. Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kündigte in diesem Zusammenhang ein hartes Vorgehen an. "Rassismus ist nicht nur ein sichtbares Gift, es ist häufig ein schleichendes Gift. Und dieses schleichende Gift lässt sich nur durch eine Politik der Null-Toleranz bekämpfen", sagte Zwanziger in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

"Der Fußball wird sich mit aller Kraft zur Wehr setzen"

Um gegen Fremdenfeindlichkeit vorzugehen, werde man Vereine bestrafen, in deren Umfeld es zu rassistischen Vorfällen kommt. Zudem wolle man die "Solidargemeinschaft haftbar machen", Fan-Projekte auf Amateurklassen ausweiten und den Schul-Fußball fördern. "Der Fußball wird sich mit aller Kraft zur Wehr setzen", sagte Zwanziger. Vor der WM habe er keine Angst, auch wenn es in der Natur der Sache liege, "dass bei Großereignissen auch immer Chaoten versuchen, negative Botschaften zu übermitteln und Krawall zu machen. Aber das werden wir zu verhindern wissen, oder so klein halten, dass es nicht zum Flächenbrand wird", erklärte der 60-Jährige.

Der DFB werde das Reglement des Weltverbandes Fifa, das am 1. April verabschiedet wurde und bei rassistischen Vorfällen Strafen wie Punktabzug oder sogar Zwangsabstieg vorsieht, "strikt anwenden". Zuletzt war es in der Regionalliga-Partie zwischen dem FC St. Pauli und dem Chemnitzer FC zu Ausschreitungen zwischen den Fan-Gruppen gekommen. Zuvor war bereits der Nigerianer Adebowale Ogungbure vom Oberligisten Sachsen Leipzig in einer Partie beim Halleschen FC beschimpft und angegriffen worden.

DFB-Präsident räumt Probleme im Osten ein

Gerade in Ostdeutschland müsse man den Fußball "als Integrationsfaktor noch mehr nutzen", sagte Zwanziger. Er räumte das "ein oder andere Problem" im Osten ein. Die guten Erfahrungen aus der zweiten Liga mit den Fan-Projekten "müssen wir jetzt auch in die neuen Brennpunkte tragen", sagte Zwanziger.

Zugleich richtete er einen eindringlichen Appell "an alle, die in der Politik arbeiten: Benutzt den Fußball. Benutzt ihn zur Integration. Besonders in den Schulen." Mit Schul-Fußball leiste man den größten Beitrag zur Integration. Man habe gerade eine große Schuloffensive gestartet. "Diese Initiative werden wir, nach einem Präsidiumsentscheid, mit etwa fünf Mill. Euro fördern. Wir meinen es ernst", erklärte er.

© SID

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