Fußball WM
Zwanziger verteidigt Löws Jobgarantie

Dr. Theo Zwanziger hat Bundestrainer Joachim Löw abermals den Rücken gestärkt. Löw könne ein Team formen, daher sehe er keinen Grund "diesen Weg abzubrechen", so der DFB-Präsident.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat die Jobgarantie für Bundestrainer Joachim Löw im Vorfeld der entscheidenden Qualifikationsspiele zur WM 2010 nochmals gerechtfertigt. Löw habe in fünf Jahren beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) gezeigt, dass er ein Team formen kann: "Deshalb gibt es für uns keinen Grund, diesen Weg abzubrechen, wenn in ein oder zwei Spielen der Erfolg mal nicht so da ist", sagte Zwanziger in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

"Der Weg ist heute ein anderer als vor vier, fünf Jahren. Heute haben wir eine Perspektive, eine Basis", erläuterte der DFB-Boss auch im Gespräch mit der tz und dem Express. Vor den abschließenden Gruppenspielen am Samstag (17 Uhr/live im ZDF) in Moskau gegen Russland und am Mittwoch (18 Uhr/live in der ARD) in Hamburg gegen Finnland mache er sich keine Sorgen um das Erreichen der WM-Endrunde in Südafrika. "Wir werden die Qualifikation schon schaffen", sagte Zwanziger. Vorzeitige Vertragsverhandlungen seien von beiden Seiten derzeit kein Thema: "Solange Joachim Löw nicht über einen neuen Vertrag verhandeln will, ist es auch für uns kein Thema."

Einstellung des DFB bei Nicht-Qualifikation ändert sich nicht

Falls die deutsche Elf erstmals in ihrer Geschichte die Weltmeisterschaft aus sportlichen Gründen verpassen sollte, käme es aber in erster Linie auf die Haltung des Bundestrainers an. "Am Ende wird es die eigene Entscheidung Joachim Löws sein, ob er sich als Trainer nah genug an der Mannschaft fühlt. Im Falle einer Nicht-Qualifikation wäre er selbst sicher am meisten enttäuscht. Aber die Einstellung des DFB zu diesem Bundestrainer wird sich im Falle einer Nicht-Qualifikation nicht ändern", sagte Zwanziger.

Ein Scheitern in der WM-Qualifikation würde nach Ansicht des DFB-Präsidenten aber diverse Folgen haben: "Man muss da unterscheiden: Sportlich wäre das ein Rückschlag, eine Enttäuschung für uns alle. Aber wir sind nicht in einer vergleichbaren Situation wie etwa 2004, es würde alles mit guten Perspektiven weitergehen. Und dann gibt es die wirtschaftliche Situation: Den DFB würde es nicht umwerfen, aber für unser Land könnte man mittelbare Schäden betrachten."

Zwanziger weist Hoeneß-Kritik zurück

Die Kritik von Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß an den von ihm als "Kokolores" bezeichneten Spielen gegen Aserbaidschan und Südafrika wies der DFB-Boss zurück, zeigte aber auch Verständnis: "Der FC Bayern ist in einer Situation, in der er im Moment seine Tabellenansprüche noch nicht so befriedigt sieht, wie der Klub das normalerweise erwartet. Da kann ich nachvollziehen, dass man Länderspiele, bei denen sich Profis des FC Bayern verletzen können, geringer einschätzt."

Bei der Diskussion um die Absagenflut für die laufende U20-WM sprang Zwanziger DFB-Sportdirektor Matthias Sammer zur Seite, der die Situation scharf kritisiert hatte: "Ich betrachte die Situation ähnlich wie unser Sportdirektor." Mit der hohen Zahl an Absagen von U20-Nationalspielern habe man beim DFB nicht gerechnet: "Selbst Klubs, die uns zwei, drei Spieler in Aussicht gestellt hatten, reagierten sofort, als sie merkten, dass bei der Konkurrenz die Tür zugeht. Da ist eine Gruppendynamik entstanden, die man nicht beherrschen konnte."

© SID

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