Fußball
Wolfsburg will Rangnick verpflichten

dpa WOLFSBURG. Der VfL Wolfsburg scheint in Ralf Rangnick seinen Wunsch-Trainer gefunden zu haben, doch der 47-Jährige lässt den Verein noch warten.

„Es gibt noch keine Entscheidung“, sagte Rangnick der dpa zu den Gesprächen mit dem VfL. „Vor Weihnachten wird nichts passieren.“ Der langjährige Coach von Hannover 96 hatte eine Woche zuvor beim FC Schalke 04 seinen Posten verloren und soll nun Nachfolger von Holger Fach werden, der am 19. Dezember gemeinsam mit Manager Thomas Strunz entlassen worden war.

Rangnick will sich eine Bedenkzeit nehmen. Er hat sich bereits mit VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs in Stuttgart getroffen und soll nun auch noch mit Lothar Sander, dem Chef des VfL-Aufsichtsrats, zu einem Gespräch zusammenkommen. VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs sagte: „Er ist einer von drei, vier Kandidaten. Das weiß er auch.“ Es habe mehrere Sondierungsgespräche gegeben, so Fuchs, weitere Namen wollte er aber nicht nennen. „Der ganze Prozess wird sich wahrscheinlich noch bis in die nächste Woche hineinziehen.“ Fuchs ist als einer von drei verbliebenen Geschäftsführern für die Trainersuche zuständig.

Für die Entscheidungsträger des VfL soll Rangnick erste Wahl sein. Der langjährige 96-Coach meinte: „Ein Engagement zur Rückrunde wäre für mich bei einem hochinteressanten Angebot vorstellbar.“ Wolfsburg zähle zu dieser Kategorie. Grundsätzlich wollte er nach seinem etwas mehr als einjährigen Engagement bei Schalke 04 durchschnaufen.

Der ebenfalls entlassene Manager Thomas Strunz hat unterdessen seine Mitschuld an den Turbulenzen beim VfL eingeräumt. „Ich bin nur ein Mensch und habe in der Tat nicht alles richtig gemacht“, sagte der frühere Bayern-Spieler den „Wolfsburger Nachrichten“. Sein größter Fehler sei der Streit mit Ex-Coach Erik Gerets gewesen. Das sei „der Anfang allen Übels“ gewesen. „Es war ein Fehler, dass ich diese Situation zugelassen habe.“ Der bei den Fans beliebte Belgier hatte nach dem langen Streit mit Strunz aufgegeben.

Strunz hatte nach den Ereignissen der Hinrunde mit zuletzt acht Spielen ohne Sieg mit seiner Entlassung gerechnet. „Auf Grund der Entwicklung in den letzten Wochen ist die Entscheidung des Aufsichtsrats verständlich“, sagte er. „Eines ist aber auch klar: Meine Entlassung ist nicht die Lösung der VfL-Probleme.“ Nach einem Urlaub will der in Wolfsburg gescheiterte 37-Jährige wieder als Bundesliga-Manager arbeiten: „Ich habe gemerkt, dass dies der Beruf ist, den ich machen möchte.“ Zuvor war er als Spielerberater tätig.

Ein Nachfolger für Strunz soll nach VfL-Angaben erst nach einer erfolgten Trainerverpflichtung gesucht werden. Schon jetzt sind aber VfL-Profi Stefan Schnoor oder Rosenborg Trondheims Sportdirektor Rune Bratseth im Gespräch. Der frühere Bremer Werder-Profi Bratseth galt schon nach Peter Panders Ausscheiden beim VfL als Kandidat. „Wenn man mich fragt, muss ich sehr genau überlegen. Deshalb will ich mein Interesse an dem Job im Moment nicht kommentieren“, sagte Bratseth der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“.

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