Fußball
Zyperns Trainer warnt vor DFB-Team

Der historische 5:2-Erfolg Zyperns gegen Irland ist für Michael Ballack & Co. Warnung - und für die zyprische Auswahl eine große Gefahr.

dpa NIKOSIA. Der historische 5:2-Erfolg Zyperns gegen Irland ist für Michael Ballack & Co. Warnung - und für die zyprische Auswahl eine große Gefahr.

„Hier feiern alle noch den Sieg gegen Irland. Solche Spiele passieren alle fünf Jahre und dann kehrt eine gewisse Zufriedenheit ein“, sagte der Ex-Bundesliga-Profi und ehemalige zyprische Nationalspieler Rainer Rauffmann.

Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland warnt deshalb nicht nur der zyprische Nationaltrainer Angelos Anastasiadis. Auch in den Medien der Mittelmeerinsel herrscht Skepsis. Ein „vertretbares Ergebnis“ soll gegen den WM-Dritten erzielt werden. Darunter verstehen die Zyprer in erster Linie, keine Niederlage mit „allzu vielen Toren“.

Ein Debakel seiner neuen gegen seine alten Landsleute schließt Rauffmann aber aus. „Sicherlich sind wir nicht San Marino. Da sollten sich die Deutschen keinen Fehler erlauben.“ Spätestens seit dem 7. Oktober, als die Iren mit fünf Toren nach Hause geschickt wurden, wächst das Selbstvertrauen beim Fußball-Zwerg. „Obwohl Deutschland so gut wie seit Jahren nicht mehr ist, rechnen wir uns schon was aus. Wir könnten das Spiel vielleicht sogar gewinnen, aber können auch ganz übel verlieren“, sagte Verbands-Präsident Costakis Koutsokoumnis in der ZDF-„Sportreportage“.

Was passieren kann, wenn man die Zyprer unterschätzt, wissen nicht nur die Iren, sondern auch die Franzosen: Am 22. Oktober 1988 musste sich Frankreich auf Zypern mit einem 1:1 begnügen. Letztlich fehlte den Franzosen der auf der Götterinsel verlorene Punkt für die Qualifikation zur WM 1990.

Vor der Zuschauerkulisse muss den Deutschen aber nicht bange sein. Ausverkauft ist das 22 000-Zuschauer-Stadion „Neon G.S.P.“ in Nikosia für die Spiele der Nationalmannschaft nie. Die Einwohner der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel, egal ob griechische oder türkische Zyprer, identifizieren und begeistern sich mehr mit der Nationalmannschaft des jeweiligen Mutterlandes als mit der eigenen Auswahl.

Und die DFB-Stars bekommen noch Unterstützung aus der Heimat. Einige hundert Soldaten der Schiffe der deutschen Marine, die zur Zeit wegen des Libanon-Einsatzes in der zyprischen Hafenstadt Limassol stationiert sind, werden in der „Neon G.S.P.“-Arena dabei sein.

So gut wie kein anderer ehemaliger Bundesliga-Profi kennt Rauffmann, der nach einer wenig bedeutsamen Bundesliga-Karriere bei Omonia Nikosia in 152 Ligaspielen 181 Tore erzielte und zum Star wurde, den zyprischen Fußball - mit all seinen Stärken und Schwächen. „Alle wollen Stürmer oder die Zehn spielen und vergessen dann, dass Spiele in der Abwehr gewonnen werden“, sagte Rauffmann.

Beim fünften Duell gegen Deutschland hoffen die Zyprer zunächst auf ihr erstes Tor, denn die Bilanz ist mit 0:24 Treffern und vier Niederlagen alles andere erbaulich. Auch zu Hause: Im November 1965 gab es ein 0:6, im November 1968 ein 0:1. Im November 2006 will die Mannschaft von Trainer Anastassiadis die Schwarze Serie beenden.

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