Fußballgala in Grosny
Matthäus kickt mit Kadyrow

Lothar Matthäus in Tschetschenien: Der deutsche Rekord-Nationalspieler trat bei einem Fußballspiel in dem früheren Kriegsgebiet an. Dass er an der Seite des umstrittenen Republikchef Kadyrow kickte, machte ihm nichts aus. Fußball habe nichts mit Politik zu tun, erklärte Matthäus.
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Grosny.Der deutsche Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat mit einem russischen Fußball-Team bei einer Partie im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien 4:6 gegen eine brasilianische Auswahl verloren. Matthäus spielte am Dienstag in der mittlerweile wieder aufgebauten Hauptstadt Grosny eine Halbzeit lang für eine von dem umstrittenen Republikchef Ramsan Kadyrow zusammengestellte Mannschaft. Er habe kein Problem, mit Kadyrow zu spielen, sagte Matthäus der ARD. Fußball habe nichts mit Politik zu tun.

Menschenrechtler werfen Kadyrow Verstrickung in Auftragsmorde vor.

Die Gala am Internationalen Frauentag - in Russland ein arbeitsfreier Feiertag - sei ein Geschenk für die Fans, erklärte Kadyrow. Beobachter werten das Spiel hingegen als politische PR für den 34-Jährigen, der mit der Rückennummer zehn selbst mitspielte und zwei Tore erzielte. Das Spiel sollte zudem für Kadyrows Wunsch werben, ein Spiel der Weltmeisterschaft 2018 in Grosny auszutragen.

Außer Matthäus spielten unter anderem Ruud Gullit - der neue Trainer des ambitionierten Erstligisten Terek Grosny - sowie der frühere Bundesliga-Spieler Wladimir Bestschastnych für die Auswahl von Kadyrow. Der Republikchef ist zugleich Präsident von Terek, das nach eigenen Angaben zur Zeit mit dem uruguayischen Superstar Diego Forlan von Atletico Madrid verhandelt.

Brasilien stellte einige Spieler aus den WM-Teams von 1994, 1998 und 2002, darunter Romario, Bebeto und Dunga. Zudem spielte Ex-Bayern-Profi Giovane Elber. Die Stars seien ohne Gage angetreten, behauptete Kadyrow. „Sie kommen aus Respekt vor dem tschetschenischen Volk.“ Die Mannschaft wurde am Flughafen von Kindern in Landestracht sowie Dutzenden Fans mit Blumen und tschetschenischen Köstlichkeiten begrüßt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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