Fußballklubs: Auf Fanjagd im Fernen Osten

Fußballklubs
Auf Fanjagd im Fernen Osten

Die europäischen Fußballvereine stürzen sich in einen Wettlauf um kaufkräftige Zielgruppen fernab der Heimatmärkte. Besonders Social-Media-Plattformen wie Facebook rücken dabei mehr und mehr in den Vordergrund.
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KÖLN. Der dreijährige Touji Okuzumi ist ein großer Fan des FC Barcelona - und seit vergangener Woche selbst ein kleiner Star. Sein Vater hat das Haus in Tokio in einen blau-rot gestrichenen Schrein verwandelt mit einem kleinen Stadion Camp Nou für Touji auf dem Garagendach. Der Klub veröffentlichte davon Fotos bei dem sozialen Netzwerk Facebook - über vier Millionen Barca-Anhänger aus aller Welt erfuhren so davon, fast 10 000 gaben positives Feedback.

Mehr als ein netter Gag? Ja, sagt Hartmut Zastrow, Vorstand der Sponsoringberatung Sport+Markt. "Gerade für die großen Fußballklubs werden Social-Media-Plattformen zu einer der wichtigsten Möglichkeiten, um ihre internationalen Fans an sich zu binden und Einnahmen zu erzielen", sagt Zastrow. Sein Unternehmen hat die Fanpotenziale der europäischen Topvereine analysiert. Da im Inland die Pfründe weitgehend verteilt sind, beginne ein Wettlauf um die Auslandsfans. 85 Prozent der Fußballanhänger in Polen, Österreich oder Kroatien, deren Ligen wenig Glamour versprühen, suchen sich einen Lieblingsklub in Spanien, England, Italien oder Deutschland. Schließlich will jeder in der Champions League mitfiebern.

Bayern sprechen online japanisch

Bei Barcelona, dem laut Studie beliebtesten Verein in Europa, leben nur 5,5 Mio. der 57,8 Mio. Fans in Spanien. "Anhänger im Ausland bieten den Vereinen enorme ungenutzte Erlöspotenziale", sagt Zastrow. Investitionen in die internationale Fanpflege über soziale Medien würden sich auszahlen. "Einige Vereine wie Inter Mailand verschlafen aber den Trend. 10 000 Fans auf der offiziellen Facebook-Seite Inters, über eine Million beim Lokalrivalen AC, da machen die Blau-Schwarzen etwas falsch."

Bayern München spielt im Netz auf internationalem Niveau: Auch wenn der Rekordmeister noch nicht twittert - er hat im Gegensatz zu Schalke und Werder Bremen eine Facebook-Präsenz und bietet den Fanartikel-Katalog im Netz auch auf Japanisch an. Die Anfänge mit Bezahlinhalten über Web-TV und iPhone-Apps, sind auch bei anderen deutschen Klubs gemacht.

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