Fußballligen
Blatter will weniger Mannschaften

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter will die erste Fußballliga auf höchstens 18 Mannschaften verkleinern. Das Thema soll auf dem Kongress des Weltfußballverbandes eine Rolle spielen, der unmittelbar vor der Fußball-Weltmeisterschaft am 7. und 8. Juni in München stattfindet.

HB ZÜRICH. Fifa-Präsident Joseph S. Blatter will die Fußballligen verkleinern. „Möglichst 16, höchstens 18 Mannschaften sind genug für die erste Liga“, sagte Blatter bei einem Gespräch vor Journalisten am Züricher Sonnenberg. Das Thema soll auf dem Kongress des Weltfußballverbandes eine Rolle spielen, der unmittelbar vor der Fußball-Weltmeisterschaft am 7. und 8. Juni in München stattfindet.

Hintergrund für den Vorstoß Blatters sind Sorgen der Fifa vor Ermüdungserscheinungen beim Fernsehzuschauer: „Wenn Fußball zu häufig im Fernsehen zu sehen ist, könnte das Interesse abnehmen.“ Und eine derartige Entwicklung würde vor allem die Fifa selbst beeinträchtigen. Die Organisation, die als gemeinnütziger Verein registriert ist und deswegen in der Schweiz auch nur minimale Steuern in Höhe von einer Mill. Schweizer Franken (660 000 Euro) zahlen muss, hat laut ihrem jüngsten Finanzbericht im vergangenen Jahr rund die Hälfte ihrer Einnahmen von 874 Mill. Franken aus dem Verkauf von Fernsehübertragungsrechten der Fifa-Veranstaltungen erzielt.

Zweiter Punkt, über den Blatter beim Kongress in München debattieren will, ist die Nationalität der Fußballer in den europäischen Vereinsmannschaften. In Europa spiele die Mehrheit der Fußballspieler nicht mehr im eigenen Land, klagte Blatter. Die englische Mannschaft Arsenal London beispielsweise habe kaum englische Spieler. Das dämpfe die Emotionen bei den Zuschauern. „Für die Attraktivität des Fußballs ist das nicht förderlich“, sagte der Fifa-Präsident.

Einen Kompromissvorschlag präsentierte der Fifa-Präsident in der Auseinandersetzung mit der Interessenvertretung der europäischen Top-Vereine, G14, die unter anderem fordert, die Spieler für den Einsatz in der WM zu versichern. „Allein der Schaden, der den Vereinen in den vergangenen zehn Jahren durch verletzte Nationalspieler entstanden ist, lag bei rund 860 Mill. Euro“, hatte FC-Bayern-Chef und G14-Mitglied Karl-Heinz Rummenigge kürzlich erklärt. Der Streit wird inzwischen vor dem Europäischen Gerichtshof ausgetragen. Blatter zeigte sich bereit, einen von der Fifa gespeisten Versicherungsfonds einzurichten, der allerdings nur einspringen soll, wenn ein Spieler nicht über die Versicherung des jeweiligen Landesverbandes abgesichert ist.

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