Fußballtempel bislang eine uneinnehmbare Festung für DFB-Auswahl
„Dortmund wird uns zusätzlich pushen“

Nach dem Viertelfinalkrimi fiebern die deutschen Nationalspieler dem Halbfinale gegen Italien entgegen. Als zusätzliche Trumpfkarte empfinden sie, dass die Partie am Dienstagabend (Anstoß 21 Uhr) ausgerechnet in ihrem so geliebten "Wohnzimmer" in Dortmund ausgetragen wird.

BERLIN. Bei dieser WM hatte die deutsche Mannschaft bereits beim hart erarbeiteten 1:0-Sieg in der Vorrunde einen Auftritt in dem westfälischen Fußballtempel, bei dem die Fans für Gänsehautatmosphäre sorgten. 65 000 Zuschauer hatten da schon beim Warmlaufen der deutschen Mannschaft die Tribünen zum Beben gebracht. Ihre Feiergesänge schwollen später zum Orkan an, der selbst die Phonstärke bei Borussia-Heimspielen gegen den Erzrivalen Schalke 04 bei weitem übertraf.

"Das war das Schlüsselspiel, da sind wir zusammengewachsen", erinnert sich Christoph Metzelder, der als Borusse ein echtes Heimspiel haben wird. "Ich glaube, das Spiel in Dortmund wird etwas, was noch nie jemand in Deutschland gesehen hat."

Der Signal-Iduna-Park, wie das Westfalenstadion seit kurzem heißt, ist bislang eine uneinnehmbare Festung der deutschen Fußballnationalmannschaft. In 14 Spielen gab es hier 13 Siege und nur ein Unentschieden - und das 1:1 gegen Wales 1977 liegt auch schon fast 30 Jahre zurück. Dazu kommt ein beeindruckendes Torverhältnis von 59:7 Treffern. Kein Wunder, dass auch Teammanager Oliver Bierhoff sagt: "Gerade weil wir in Dortmund Spielen, bin ich für das Halbfinale sehr zuversichtlich."

Auch Michael Ballack glaubt, dass die unvergleichliche Euphorie in der Westfalenmetropole der DFB-Auswahl auch im Halbfinale Flügel verleihen kann. "Wir haben jetzt einen großen Brocken aus dem Weg geräumt. Argentinien war der absolute Topfavorit. Aber das nächste Spiel wird nicht einfach", betont der Kapitän zwar. "Doch dass wir im Halbfinale wieder in Dortmund spielen, das wird uns zusätzlich pushen."

Dass es ausgerechnet die abwehrstarken Italiener sind, deren Defensivriegel es zu knacken gilt, ist den vor Selbstvertrauen nur so strotzenden "Klinsmännern" egal. "Wir haben zwar Respekt, aber wir können das mit einer richtig breiten Brust angehen", stellt Lukas Podolski klar und schickt eine Kampfansage hinterher: "Mit Italien haben wir noch eine Rechnung offen."

Tim Borowski sieht in der schmerzlichen 1:4-Testspiel-Niederlage im März in Florenz keine zusätzliche Motivation, für ihn zählt nur das Hier und Jetzt: "Natürlich haben wir da mächtig einen vor den Latz bekommen. Aber wir wollen einfach nur ins Finale, und dafür werden wir wieder alles geben."

Marc Renner  Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
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