Fußballtrainer
Neu, schön, erfolgreich

Guardiola, Scolari, Mourinho, Klinsmann - die spektakulärsten Wechsel vor der europäischen Fußball-Saison fanden auf den Trainerbänken statt. Eine Zwischenbilanz vier Monate danach.

BERLIN. Bei allem Respekt vor Robinho, der nach seinem Transfer von Real Madrid zu Manchester City bereits acht Tore geschossen hat - die spektakulärsten Wechsel im europäischen Fußball fanden vor dieser Saison auf den Trainerbänken statt. Josep Guardiola beim FC Barcelona, Luiz Felipe Scolari beim FC Chelsea, José Mourinho bei Inter Mailand und Jürgen Klinsmann bei Bayern München bekamen allesamt denselben Auftrag mit auf den Weg: Gewinnen und - oft entgegen der Vereinstradition - schönen Fußball bieten. Ein paar Monate später stehen drei der vier Neuen auf Platz eins ihrer jeweiligen Ligen, und Klinsmann ist auch nicht mehr weit davon entfernt. Nur das mit dem schönen Fußball klappt noch nicht überall. Ein Zwischenzeugnis.

Guardiola So einiges war bekannt über den 37-jährigen Katalanen, als er im Sommer zum Nachfolger von Frank Rijkaard berufen wurde. Dass er ein außergewöhnlich kluger und feiner Fußballer war, damals in den neunziger Jahren als Regisseur des FC Barcelona. Auch dass er im Gegensatz zu den meisten Berufskollegen nicht nur ein Faible für Mode hat, sondern tatsächlich auch Geschmack. "Pep" Guardiola geht als Ästhet durch das Leben, und damit war er natürlich prädestiniert für das Traineramt bei "Barça", diesem klubgewordenen Manifest des schönen Spiels. Bloß ob er wirklich einen guten Trainer abgeben würde, das vermochten selbst Insider nicht vorherzusagen. Er hatte zuvor ja gerade einmal ein Jahr lang das B-Team des Vereins trainiert, und das noch nicht mal besonders erfolgreich.

Inzwischen stellt sich allenfalls noch die Frage, ob Guardiola ein guter Coach ist oder nicht doch ein brillanter. Nach einer Niederlage und einem Remis zum Saisonstart hat Barça alles in Grund und Boden gespielt. Zweimal haben sie seitdem 6:1 gewonnen, zweimal 5:0, zuletzt 4:1 und 6:0. Guardiola hat das Beste aus Lionel Messi herausgeholt, er hat den im Sommer schon ausgebooteten Samuel Eto?o wieder für die Sache gewonnen (13 Ligatore), er hat Thierry Henry reanimiert und den Regisseuren Xavi und Iniesta endlich die Bedeutung gegeben, die sie auch in der Nationalmannschaft haben. Xavi und Iniesta sind Klone des Spielertyps Guardiola, ihr jetziger Trainer ist ihr großes Vorbild aus Jugendtagen in der Barça-Nachwuchsschule. Von dort hat Guardiola mit Sergi Busquets gleich das nächste Mittelfeldtalent mitgebracht.

Der Neue macht bislang alles richtig, und bescheiden ist er auch noch. Gern gibt er die Elogen für seine Arbeit an die Spieler weiter ("Allein sie trainieren zu sehen, ist ein Spektakel"), am liebsten aber würde er sie gar nicht hören. Guardiola weiß, dass die echten Tests noch kommen, erst nächsten Monat geht es gegen die Teams auf den Tabellenplätzen zwei bis fünf: Villarreal, Valencia, Real Madrid und Sevilla. Von den Favoriten hat Barça bislang nur gegen Atlético Madrid gespielt. Das Ergebnis: 6:1.

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