Gänsehautstimmung in Dortmund
Deutschland feiert seine zweite WM-Party

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft baut weiter an ihrem Traum vom WM-Titel. Nach einem 1:0 (0:0)-Erfolg über Polen steht die DFB-Auswahl bereits nach dem zweiten Gruppenspiel nahezu sicher im Achtelfinale. In einer mitreißenden und kampfbetonten Partie, die in der Schlussphase an Dramatik nicht zu überbieten war, wurde der eingewechselte Oliver Neuville zum gefeierten Helden des Abends. In der Nachspielzeit drückte der Mönchengladbacher eine Hereingabe vom ebenfalls eingewechselten David Odonkor zum Tor des Abends über die Linie. Für die Osteuropäer ist die WM damit schon vor dem letzten Spiel gegen Costa Rica so gut wie gelaufen.

DORTMUND. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!" Dass der Einzug in die Runde der letzten 16 erst endgültig fest steht, wenn morgen Costa Rica nicht gegen Ecuador gewinnt, interessierte niemanden. Minutenlang feierten die deutschen Fans nach dem Schlusspfiff ihre Mannschaft für 90 Minuten Vollgasfußball. Nach Hause gehen - daran dachte zunächst keiner. Das Dortmunder WM-Stadion, seit je her ein nahezu uneinnehmbare Festung bei Heimspielen der Nationalmannschaft, stand Kopf und feierte, feierte, feierte?

So etwas hatte selbst Dortmund wohl noch nie erlebt: 65 000 Zuschauer, darunter geschätzte 20 000 polnische Anhänger, im natürlich ausverkauften WM-Stadion hatten schon beim Warmlaufen der deutschen Mannschaft die Tribünen zum Beben gebracht. WM-OK-Chef Franz Beckenbauer und Bundespräsident Horst Köhler auf der Ehrentribüne lächelten sich beeindruckt zu, als der deutsche "Chor" wenig später die Nationalhymne sang. Und als das Spiel dann los ging, schwollen die Feiergesänge endgültig zum Orkan an, der selbst die Phonstärke bei Borussia-Heimspielen gegen den Erzrivalen Schalke 04 bei weitem übertraf - Gänsehautatmosphäre, Euphorie total in Schwarz-Rot-Gold.

Heiße Atmosphäre auf den Rängen - aber mindestens so heiß ging es danach auch auf dem Spielfeld zur Sache. Von Beginn an entwickelte sich eine kampfbetonte, ganz intensive und tempogeladene Partie, wie sie Bundestrainer Jürgen Klinsmann auch erwartet hatte. Eine "positiv aggressiv aufgeladene" Einstellung hatte der Schwabe von seinen Spielern gefordert - und die hielten sich dran. Mussten sie auch, denn die nach der 0:2-Auftaktniederlage gegen Ecuador bereits mit dem Rücken zur Wand stehenden östlichen Nachbarn verlangten dem deutschen Team von der ersten Minute an alles ab.

Für das Spiel um alles oder nichts hatte Polens Traine Pawel Janas sein Mannschaften auf zwei Positionen geändert und ihr mehr Offensive verordnet. Neben dem Dortmunder Ebi Smolarek und Zurawski hatte er mit Jelen einen dritten Stürmer aufgeboten. Das hatte zur Folge, dass insbesondere Philipp Lahm vor allem zu Beginn im Vergleich zur Auftaktpartie gegen Costa Rica deutlich stärker in der Defensive gebunden war. Erst mit zunehmender Spielzeit konnte er sich auch nach vorne frei schwimmen. Dabei hatte Klinsmann, der mit Ballack für Borowski wie erwartet nur eine Änderung vorgenommen hatte, seinem Vierermittelfeld vor der zuletzt erneut nicht überzeugenden Abwehr eh schon eine defensivere Grundausrichtung mit auf den Weg gegeben.

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