Fußball
Gäste-Fans werden bei Istanbul-Derbys ausgesperrt

Ab sofort ist es den Fans der Istanbuler Vereine verboten, ihre Mannschaft bei einem "Auswärtsspiel" gegen einen Stadtrivalen zu unterstützen. Dies entschied der türkische Verband.

Aufgrund anhaltender Ausschreitungen bei Istanbuler Derbys hat der türkische Fußball-Verband (TFF) kurz vor dem Saisonstart der türkischen "Süper Lig" eine kuriose Regel erlassen: Demnach haben Fans der Gäste-Mannschaft bei den Derbys der "großen Drei" Fenerbahce, Galatasaray und Besiktas keinen Zutritt mehr zu den Spielen.

"Wir wollen mit diesem Erlass bewirken, dass die Zuschauer der Heimklubs die Derbys in Ruhe genießen können", sagte Levent Bicakci, Präsident des Fußball-Verbandes. Ministerium, Polizei und weitere Behörden stimmten der Regel zu. Auch die Klub-Präsidenten sprachen sich für die drakonische Maßnahme aus, obwohl sie durch die Aussperrung hohe Einbußen beim Ticketverkauf befürchten müssen.

In der Vergangenheit war es am Rande Istanbuler Stadtderbys immer wieder zu Ausschreitungen mit Verletzten gekommen. Noch Mitte April wurden beim Duell zwischen Fenerbahce und Besiktas (3:4) drei Besiktas-Anhänger durch Messerstiche verletzt. Zudem wurden zwei Busse mit Besiktas-Fans mit Steinen beworfen. Um derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, werden Besucher, die ein Emblem des Gäste-Klubs auf Jacke oder Fahne tragen, sofort aus dem Stadion verwiesen.

Stürmerstar Ailton von Besiktas begnadigt

Bei verbesserten Sicherheits-Bedingungen wird auch "Neu-Türke" Ailton seine Derby-Premiere erleben. Der ehemalige Schalker war am Donnerstag mit einiger Verspätung zum ersten Training bei Besiktas erschienen und hatte zuvor zwei Termine platzen lassen.

Besiktas-Trainer Riza Calimbay hatte zunächst Konsequenzen angedroht, ließ aber Gnade vor Recht ergehen. Für das Punktspiel am Samstag bei Aufsteiger Kayseri Erciyesspor gehört Ailton nicht zum Kader, allerdings nicht aus disziplinarischen Gründen, sondern wie Calimbay erklärte, "wegen Trainingsrückstandes". Der Torjäger soll aber auf jeden Fall mit anreisen. Auch um eine saftige Geldstrafe ist der 33 Jahre alte Brasilianer wohl herumgekommen.

Mit Blick auf den Saisonverlauf gibt sich Calimbay nicht zuletzt wegen der Verpflichtung von Ailton selbstbewusst: "Wir haben einen Super-Kader zusammen und werden um die Meisterschaft mitspielen."

Fenerbahce mit Interesse an Pires

Mehr Bescheidenheit herrscht hingegen beim Stadtrivalen Galatasaray. "Die Mannschaft benötigt noch einige Zeit, bis sie meine taktische Ausrichtung verinnerlicht hat", sagte Trainer Erik Gerets, der vom VfL Wolfsburg zu den Rot-Gelben gewechselt war. Vor dem Auftaktmatch der Saison am Wochenende gegen Konyaspor drängt Gerets weiter auf eine Neuverpflichtung: Heißester Kandidat ist der französische Nationalspieler Robert Pires, dem beim englischen Top-Klub Arsenal London nur ein Ein-Jahres-Vertrag angeboten wurde.

Titelanwärter Nummer eins ist Fenerbahce Istanbul. Die Mannschaft von Christoph Daum hinterließ in den Testspielen einen guten Eindruck und überraschte durch den klaren 5:0-Erfolg gegen den Premier-League-Klub FC Everton. "Ich habe alle Spieler erhalten, die ich haben wollte", meinte Trainer Daum, der dann doch eine Einschränkung machen musste.

Der türkische Nationalspieler Emre gab Fenerbahce einen Korb und unterschrieb stattdessen beim Premier-League-Klub Newcastle United. "Das stimmt, ihn hätte ich gerne noch gehabt", meinte Daum, der jedoch mit hohen Zielen in die neue Saison geht: "Wir wollen wieder die Meisterschaft gewinnen und in der Champions League eine bessere Rolle spielen als im letzten Jahr."

Lorant sorgt für Verwunderung

Für den Trainer-Kollegen Werner Lorant hängen die Trauben bei Aufsteiger Sivasspor deutlich höher, dennoch war "Werner Beinhart" um markige Sprüche nicht verlegen. "Wir werden am Ende der Saison in der oberen Hälfte landen", kündigte der selbstbewusste Coach aus Deutschland an und sorgte damit in der türkischen Fachwelt für etwas Verwunderung.

© SID

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