Gala im Old Trafford
ManU verzaubert Europa

„Raketen-Rooney“ suchte nach Superlativen für seinen furiosen Last-Minute-Treffer beim 3:2-Sieg von Manchester United gegen den AC Mailand. Dies könnte „der wichtigste Treffer meiner Karriere“ gewesen sein, meinte Wayne Rooney mit Blick auf den offenen Ausgang des Halbfinal-Rückspiels in der Champions League im Meazza-Stadion. Mailands Coach Carlo Ancelotti sieht zwar „Manu“ im Vorteil, ist aber überzeugt, das erste rein englische Endspiel in Europas Königsklasse verhindern zu können.

dpa MANCHESTER. „Wer braucht einen Kaka, wenn Du einen Cracker hast?“, fragte die britische Boulevard-Zeitung „The Sun“ und heizte die Diskussion an, die Brasiliens Fußball-Legende Pelé am Vortag eröffnet hatte: Wer ist im Moment der beste Kicker auf diesem Planeten: Manchesters Cristiano Ronaldo, Mailands Kaka oder eben „Retter Rooney“? Die drei Jungstars setzten die Glanzpunkte in einem hochklassigen Fußball-Fest. „Showtime für Superstars“, schwärmte „The Daily Mail“ angesichts der Auftritte von Englands „Fußballer des Jahres 2007“ Ronaldo, der den Torreigen eröffnete (5.), sowie der Doppel-Torschützen Rooney (59./90.) und Kaka (22./37.).

Pelé hält seinen Landsmann Kaka derzeit für noch besser als Ronaldo, „Manu“-Coach Alex Ferguson sieht dagegen den portugiesischen Dribbelkünstler an der Spitze. Doch Rooneys Siegtor „war schlicht nicht von dieser Welt“, schrieb „The Daily Star“. Und die „Gazzetta dello Sport“ aus Italien befand: „Rooney stellt Super-Kaka kalt.“

Die 73 820 Zuschauer im „Theater der Träume“ erlebten ein „Duell, das keinen Verlierer kannte“ („The Guardian“). Die Italiener, die im Viertelfinale Bayern München ausgeschaltet hatten, erzielten zwei wichtige Auswärtstore, doch Manchester bewies nach zwischenzeitlichem 1:2-Rückstand unbändigen Siegeswillen. „Sie sind nun die Favoriten, denn sie können im Rückspiel auf Konter spielen. Das liegt ihnen“, sagte Ancelotti. Auch Ferguson wertete das knappe 3:2 als „glänzende Ausgangsposition“, warnte jedoch, dass das Rückspiel „für beide Teams nicht leicht“ werden wird.

Der 65 Jahre alte Schotte kommt dieser Tage aus dem Schwärmen für seine Mannschaft nicht mehr heraus. Nach dem 7:1 über den AS Rom sprach er vom „größten Europapokal-Abend meiner Karriere“, nun von einem „fantastischen Spiel von hoher Qualität“. Kein Spieler habe Zeit schinden wollen oder beim Schiedsrichter reklamiert, staunte „Sir Alex“ und betonte: „Das zeigt, wie konzentriert alle waren.“

Beide Teams sind überzeugt, in das Endspiel gegen den Sieger des Semifinal-Duells zwischen dem FC Chelsea und dem FC Liverpool einzuziehen. „Ich bin optimistisch“, erklärte Ancelotti, doch auch Ferguson ist sicher: „Wir werden auch dort mit unserem schnellen Fußball Tore erzielen.“ Kaka, der in der Torschützenliste der europäischen Meisterliga seinen Vorsprung mit nunmehr neun Treffern ausbaute, kündigte weitere Großtaten an: „Wir siegen in San Siro. Wir haben so viel Wut in uns, im Rückspiel werdet ihr das sehen.“

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