Gehälter im Fußball explodieren
Ronaldo, Poldi und der Größenwahn in China

China lockt bekannte Kicker mit astronomischen Gehältern nach Fernost. Das ist nicht gesund. So steuert der chinesische Fußball in eine Sackgasse. Und die Geschäfte rund um das Spiel werden riskanter. Ein Kommentar.
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DüsseldorfDie Gehälter für Fußballstars erreichen astronomische Höhen. Auslöser der neuen Preisspirale für Topkicker ist die chinesische Fußballliga, die derzeit im Geld schwimmt. Sponsoren, Fernsehanstalten und der Staat drücken viel Geld in das Geschäft. Das ist auch nötig, denn freiwillig wechseln die wenigsten Sportler nach Fernost.

Nur durch irre hohe Gehälter bringen die Chinesen Altstars oder geldgierige Kicker im besten Fußballalter dazu, überhaupt über einen Wechsel nachzudenken. Die Spieler und ihre Berater pokern dabei hoch, wie zuletzt der Fall des Argentiniers Carlos Tevez zeigte. Der Ex-Stürmer von Juventus Turin wollte eigentlich seine Karriere bei seiner Jugendliebe Boca Juniors langsam ausklingen lassen.

Daraus wird jedoch nun nichts, weil die Chinesen nicht locker ließen und ihn gerade erst zum bestbezahlten Fußballer der Welt machten. Zuerst boten sie ihm angeblich gut 20 Millionen Euro Jahresgehalt. Schon das ist extrem viel, nur die absoluten Superstars in Spanien oder England erhalten so viel.

Doch in die Kategorie eines Ronaldo oder Messi gehört der inzwischen 32 Jahre alte Tevez fußballerisch und medial sicher nicht. Dennoch überflügelt er den Weltfußballer Ronaldo zunächst einmal. Bei angeblich rund 37 Millionen Euro Jahresgehalt soll er eingeschlagen haben in den Deal. Das bedeutet: Umgerechnet kassiert er in China wohl nun bald 720.000 Euro Gehalt in der Woche.

Dass bei der Gehaltsdebatte der bekanntlich eitle Superstar Cristiano Ronaldo nicht lange fehlen würde, liegt auf der Hand. Schon der Lohn für Tevez ist absurd hoch und nur als pure Geldverschwendung zu bewerten. Vergleiche mit Topmanagern oder anderen Berufsgruppen kann man sich nun völlig sparen. In die Gehaltsdimensionen von Tevez dringen nur noch wenige vor.

Ronaldo kann es sich offenbar noch leisten, die Lockangebote aus China abzulehnen, wie sein Berater nun erzählte. Was dabei am Rande an Zahlen herauskam, ist jedoch noch einmal eine Dimension verrückter als der bereits völlig überzogene Deal mit Tevez. 300 Millionen Ablöse wollen die Chinesen zahlen und 100 Millionen Euro Gehalt im Jahr für Ronaldo hinlegen.

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