Knappenkarte:: Verbraucherschützer gewinnen gegen Schalke 04

Geldkarten im Stadion
Verbraucherschützer gewinnen gegen Schalke 04

Fußballklubs nutzen im Stadion Geldkarten mit zweifelhaften Geschäftsbedingungen. Im Falle von Schalke 04 haben die Verbraucherschützer gewonnen. Zwei Klauseln werden entfernt. Fans erhalten ihr Geld ohne Gebühr zurück.
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DüsseldorfDie Verbraucherschützer haben sich im Streit um Bezahlkarten im Stadion gegen den Fußballkonzern Schalke 04 durchgesetzt. Die Schalke 04 Arena Management GmbH habe sich gegenüber der Verbraucherzentrale NRW verpflichtet, verbraucherfeindliche Klauseln aus den Vertragsbedingungen ihrer Bezahlkarte zu streichen.

Die Betreibergesellschaft des vereinseigenen Stadions reagierte damit auf eine Abmahnung der Verbraucherschützer. Hintergrund: Wer innerhalb der Veltins-Arena an einem der 32 Kioske und Verkaufsstände zahlen will, braucht dafür die "Knappenkarte".

Das ist eine Chipkarte, die mit einem Geldbetrag von mindestens fünf Euro aufgeladen werden muss. Sie soll das Bezahlen mit Münzen und Scheinen im Stadion ersetzen. So sind die Servicekräfte dann in der Lage, die Schlangen vor den Bratwurst- und Getränkeausgaben in der 15-minütigen Halbzeitpause schneller abzuarbeiten.

Das Problem: Wer eine Knappenkarte kaufte, musste erhebliche Nachteile in Kauf nehmen. So sahen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Geldkarte unter anderem vor, dass für die Auszahlung eines Restguthabens auf der Karte eine Gebühr von drei Euro verlangt werden kann.

Praktisch funktionierte dies so: Wenn ein Pils 3,80 Euro kostet, wird das bargeldlos etwa mit der „Knappenkarte“ bei Schalke 04 bezahlt. Einzahlen konnte man allerdings nur in Schritten von fünf Euro. Die Differenz bei einem Bier wäre also 1,20 Euro.

Wer nun während der zwei Stunden im Stadion nichts weiter konsumieren möchte als drei Bier, musste die Knappenkarte mit 15 Euro aufladen. Übrig blieben also 3,60 Euro, die nicht für ein viertes Bier reichen und rückerstattet werden müssten. Glatt auf ginge diese Rechnung nur ab 25 Bier á 3,80 – was einer Aufladung von 95 Euro entspricht. Solch eine Aufladung ist jedoch unrealistisch.

Außerdem hatte die FC Schalke 04 Arena Management GmbH das Recht, die Rückzahlung der Karte innerhalb eines Zeitraums von bis zu eineinhalb Jahren nach entsprechender Aufforderung einfach vorzunehmen. Beide Klauseln hält hielt die Verbraucherzentrale NRW für rechtlich unwirksam. Das sah nun auch Schalke 04 ein.

Die Möglichkeit einer Gebührenerhebung habe lediglich für die Überweisung des Restguthabens, nicht die Auszahlung am Counter oder der Geschäftsstelle gegolten, erklärte eine Sprecherin von Schalke 04 dazu. De facto seien sowohl diese Klausel der AGB als auch die andere von der Verbraucherzentrale angemahnte Klausel (1,5 Jahre) niemals angewandt und/oder erhoben worden. "Gerade deshalb war es für den Verein überhaupt kein Problem, sie aus den AGB herauszunehmen", so die Sprecherin.

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