Geldkarten in Fußballstadien
Wie Bundesliga-Klubs ihre Fans abkassieren

Verbraucherschützer prangern Tricks von Bundesliga-Klubs mit bargeldlosen Bezahlsystemen an. Statt Restbeträge auf Bezahlkarten zu erstatten, wird das Geld oft eingesackt. Der große Streit um die „Schlummergroschen“.
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Düsseldorf, MünchenVerbraucherschützer gehen gegen Bezahlkarten in Fußballstadien der Bundesliga vor. In einigen Fällen sei die Rückerstattung von Restguthaben zu kompliziert geregelt, berichtet die ARD-Radio-Recherche Sport über gemeinsam mit den Verbraucherzentralen durchgeführte Tests in fünf Bundesligastadien.

Durch das Restguthaben auf den Chipkarten entstehe den Vereinen ein lukratives Zusatzgeschäft, so die Kritik der Verbraucherschützer. Mit den Bezahlkarten können Fans zum Beispiel bargeldlos Speisen und Getränke kaufen.

Praktisch funktioniert dies so: Wenn ein Pils 3,80 Euro kostet, wird das bargeldlos etwa mit der „Knappenkarte“ bei Schalke 04 bezahlt. Einzahlen kann man allerdings nur in Schritten von fünf Euro. Die Differenz bei einem Bier wäre also 1,20 Euro.

Wer nun während der zwei Stunden im Stadion nichts weiter konsumieren möchte als drei Bier, muss die Knappenkarte mit 15 Euro aufladen. Übrig bleiben 3,60 Euro, die nicht für ein viertes Bier reichen und rückerstattet werden müssen. Glatt auf ginge diese Rechnung ab 25 Euro á 3,80 – was einer Aufladung von 95 Euro entspricht.

Auch beim FC Bayern beträgt die Mindestaufladung fünf Euro. In der Allianz-Arena werden an Aufladeautomaten und den meisten Kassen nur Scheine entgegengenommen. Bis zu zwei Stunden nach Spielende ist eine Barauszahlung möglich, darüber hinaus wird die Auszahlung per Überweisung angeboten – pauschal abzüglich eines Euros.

Für die Vereine ist die Karte praktisch. Ohne Bargeldbestände gibt es auch keine Kassen an Verkaufsständen. Das eliminiert Fehler in der Abrechnung, auch vorsätzliche, sprich: Diebstahl. Und während sich an der Kartenausgabe der Verkehr vor Anpfiff staut, geht der Verkehr an den Ständen während des Spiels umso reibungsloser. Der Klub kann also hoffen, dass er dank der Zeitersparnis mehr Speisen und Getränke absetzt.

Kommentare zu " Geldkarten in Fußballstadien: Wie Bundesliga-Klubs ihre Fans abkassieren"

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  • Wie so abkassieren?!
    Bleibt jeden immer noch selber überlassen ob er ins Stadion geht oder nicht. Und wen man sich mal einen Abend im Stadion gönnen will, dann spielt, jedenfalls für mich, das Geld keine Rolle. Dann steht der Spass und das Erlebnis an erster Stelle.

  • naja, wirklich günstig bekommt man in Bundesliga Stadien nichts, aber dann noch SO einen drauf zu setzen ist das Letzte! Vereine wie der FC Bayern haben doch sowas gar nicht nötig! Aber die Fans vom FCB sind halt hauptsächlich zum konsumieren im Stadion...da kann man die ruhig noch ein bischen mehr ausnehmen!
    Dass der Rattenverein aus Leipzig das noch nicht umgesetzt hat wundert mich, dachte das wäre das erste was die machen...

    Gerade deshalb ist es wichtig, dass es eine aktive Fanszene wie zB Ultras und aktive Fanclubs bzw. Dachverbände gibt. Die haben meist einen besseren Draht zum Verein und werden halt auch mal unangenehm wenn man - zurecht - das Gefühl hat abgezogen zu werden!
    Die meisten die von aktiven Fanszenen keine Ahnung haben sehen Ultras ja meist nur als sinnlose Krawallmacher

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