Geldwäsche und Korruption bei der Fifa
Blatters Generalsekretär Valcke gerät in Verdacht

FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke steht wegen einer Millionenüberweisung im Visier der Behörden. Deshalb fährt er nicht zur Frauen-WM. Gegen Brasiliens Ex-Verbandspräsidenten Ricardo Teixeira wird ebenfalls ermittelt.
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New York / Rio de JaneiroJerome Valcke, Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa, soll dem mittlerweile geschassten Vizepräsidenten Jack Warner im Jahr 2008 zehn Millionen Dollar von einem Fifa-Konto überwiesen haben. Im Gegenzug habe Warner Südafrika als WM-Ausrichter 2010 seine Unterstützung zugesagt. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Ermittlerkreise des FBI.

Valcke hatte am Montag seine geplante Reise zur Frauen-WM nach Kanada kurzfristig abgesagt. „Es ist wichtig, dass er sich um Angelegenheiten im Fifa-Hauptquartier in Zürich kümmert“, teilte die Fifa mit.

Die Überweisung der zehn Millionen Dollar, die vom damaligen südafrikanischen WM-Organisationskomitee in der Sache bestätigt wurde, war laut der Anklageschrift der US-Behörden „von einem hochrangigen Fifa-Funktionär“ genehmigt worden. Überwiesen wurde direkt von der Fifa in die Concacaf-Region (Nord- und Zentralamerika sowie die Karibik) im Rahmen des Geldes, das Südafrika für die WM-Ausrichtung bekommen hatte.

Valcke dementierte in einer E-Mail an die New York Times seine direkte Verantwortlichkeit. Fifa-Sprecherin Delia Fischer gab an, dass der damalige Direktor der Fifa-Finanzkommission, der inzwischen verstorbene Julio Grondona, die Zahlung autorisiert habe – und das „im Einklang mit den Fifa-Statuten“.

Der Weltverband reagierte am Dienstagmorgen in einer Stellungnahme: „Weder der Generalsekretär Jérôme Valcke noch ein anderes Mitglied des Führungsstabes war an der Initiierung, Genehmigung oder Durchsetzung des Projekts beteiligt.“ Das Geld, von der südafrikanischen Regierung genehmigt, sei zur Unterstützung der afrikanischen Diaspora in der Karibik überwiesen worden. Der Fifa sei durch die Überweisung kein Schaden entstanden, denn das Geld habe dem südafrikanischen Organisationskomitee gehört.

Diese Anmerkung ist interessant; denn die US-Justiz ist davon überzeugt, dass die Gelder in Wahrheit dazu dienten, Fifa-Funktionäre zu schmieren, damit diese die WM an Südafrika vergeben. Der Großteil des Geldes soll sich Jack Warner selbst eingeheimst haben, was dieser bestreitet. US-Behörden ermitteln. Warner selbst bezeichnete die Anschuldigungen wiederholt als Revanche der USA für die Niederlage des Landes bei der Abstimmung über die Vergabe der WM-Endrunde 2022 gegen Katar. Auch der der Präsident des südafrikanischen Fußballverbandes bestreitet, dass die Gelder für Schmiergeldzahlungen gedient hätten.

Warner hatte sich im Mai den Justizbehörden in Trinidad und Tobago gestellt, die USA haben seine Auslieferung beantragt.

Die Fifa bestätigt damit aber die Darstellung der US-Justiz, dass die 10 Millionen Dollar auf Konten überwiesen wurden, die unter der Kontrolle von Warner standen – der zentralen Schlüsselfigur im Fifa-Korruptionssumpf.

Generalsekretär Valcke, die „Nummer zwei“ von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter, war bislang nicht ins Visier der US- oder der Schweizer Behörden geraten, die mit ihren Festnahmen und voneinander unabhängigen Ermittlungen die Fifa am vergangenen Mittwoch in eine tiefe Krise gestürzt hatten.

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Ermittlungen in Brasilien gegen Teixeira

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  • Ausgerechnet die Amerikaner machen hier einen auf Moralapostel, dabei ist die Bestechung von Politikern in den USA legal, heisst nur dann Wahlkampffinanzierung.

    Dazu noch, kein einziger amerikanischer Banker ist wegen dem massiven Betrug an der Wall Street, der einen gigantischen Schaden weltweit angerichtet hat, von der New Yorker Staatsanwaltschaft bestraft worden. Von den Kriegsverbrechern gar nicht zu reden. Es ist deshalb mehr als heuchlerisch, wenn Amerika jetzt Moral im internationalen Fussball durchsetzen will.

    Was war der wirklich Zweck des Überfalls kurz vor der Abstimmung? Ein israelischer Journalist frohlockte, als er die Nachricht über die Verhaftung der FIFA-Funktionäre hörte. Das wird die Weltpresse voll beschäftigen und von der Ausschlussabstimmung ablenken, sagte er. So ist es auch.


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