Generalsekretär Jérôme Valcke
Fifa-Image auf Jahre beschädigt

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke hat eine schonungslose Analyse zur Lage des skandalumtosten Weltverbandes offengelegt. Auf Jahre sei das Image beschädigt. Sorgen um die prall gefüllten Konten macht er sich nicht.
  • 0

Tokio/BelfastMit überraschend deutlichen Worten hat Generalsekretär Jérôme Valcke ein schonungsloses Selbstbildnis der FIFA gezeichnet und dem skandalumtosten Fußball-Weltverband eine schwierige Zukunft prophezeit. „Dinge passieren, Dinge sind passiert, aber wir machen auch weiterhin gute Sachen. Dieses Image müssen wir jeden Tag wieder hervorheben. Es ist leicht einen Ruf zu zerstören. Es dauert nur eine Sekunde. Es dauert Jahre, unseren Ruf wieder herzustellen, aber das werden wir machen“, sagte Valcke nach der Sitzung des Regelgremiums IFAB am Dienstag in Belfast.

Durch die scharf kritisierten Ermittlungsergebnisse zu den Korruptionsvorwürfen gegen die kommenden WM-Gastgeber Russland 2018 und Katar 2022 habe die FIFA ein bislang nicht gekanntes schlechtes Niveau in der Öffentlichkeitswahrnehmung erreicht. „Das Image der FIFA ist in den vergangenen zwei Wochen, da stimme ich zu, nicht am Tiefpunkt, aber es hat ein Level erreicht, das definitiv ein Level ist, das wir nicht mehr unterschreiten werden“, sagte der Franzose.

Der Dissens zwischen Chefermittler Michael Garcia und Richter Hans-Joachim Eckert innerhalb der FIFA-Ethikkommission habe ein fatales Signal gesendet. „Es wird gesagt, das ist ein bisschen FIFA gegen FIFA“, sagte Valcke. „Das ist traurig für die FIFA, sicherlich. Und es ist traurig für unseren Ruf und unser Image. Es ist traurig für unsere Wirtschaftspartner, es ist traurig für alle Menschen, die den Fußball unterstützen“, sagte Valcke, der schon häufiger mit verbalen Offensiven für Aufsehen gesorgt hatte.

Einen Zusammenhang der jüngsten Erschütterungen und dem erwarteten Ausstieg der FIFA-Sponsoren Emirates und Sony zum Jahresende wies Valcke zurück. „Sony und Emirates haben nichts mit der Situation zu tun, der wir uns in den vergangenen Tagen ausgesetzt sehen“, sagte Valcke.

Mitten in der größten Krise ihrer Geschichte muss sich die FIFA nach zwei neuen Geldgebern umschauen. Der Elektronikriese Sony wolle angesichts der internen Sanierungsanstrengungen seinen Ende 2014 auslaufenden Acht-Jahres-Vertrag mit dem Fußball-Weltverband nicht erneuern, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag. Valcke bestätigte dies praktisch: Er „wäre überrascht“, wenn Sony den Kontrakt verlängern würde, sagte er.

Seite 1:

Fifa-Image auf Jahre beschädigt

Seite 2:

Bleiben die Geschäftspartner weg?

Kommentare zu " Generalsekretär Jérôme Valcke: Fifa-Image auf Jahre beschädigt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%