Geplanter Rückbau verzögert sich
Österreicher streiten um das Erbe der Fußball-EM

Auch mehr als ein Jahr nach der Fußball-Europameisterschaft in Österreich scheiden sich an dem Großereignis die Geister. Dabei geht es schon lange nicht mehr um das frühe Ausscheiden der österreichischen Nationalmannschaft, sondern ums Geld. Das Stadion in Klagenfurt sollte nach der Europameisterschaft wieder auf seine ursprüngliche Größe gebracht werden, doch die Kärntner verzögern den Rückbau.

WIEN. In das EM-Stadion in der südösterreichischen Stadt Klagenfurt, flossen vor dem Turnier Investitionen in Höhe von etwa 50 Mio. Euro. Dadurch erhöhte sich das Fassungsvermögen der vergleichsweise kleinen Fußball-Arena auf 30 000 Besucher.

Doch Österreich und Klagenfurt gelten nicht gerade als Fußball-Mekka. Deshalb hatten die EM-Planer schon lange vor dem Turnier festgelegt, dass das Klagenfurter Stadion nach dem letzten Spiel der Europameisterschaft wieder deutlich verkleinert wird. Die Zielgröße war eine Kapazität von 12 000 Plätzen, denn die kann der österreichische Fußball-Bundesligist Austria Kärnten in den regulären Meisterschaftsspielen der Liga auch tatsächlich füllen.

Mehr Zuschauer zieht Austria nicht, denn die Landeshauptstadt von Kärnten zählt nicht einmal 100 000 Einwohner. Trotzdem haben die Klagenfurter die geplante Verkleinerung des Stadions bis heute nicht vorangetrieben.

„Klagenfurt sollte ein Jahr nach Ende der EM nicht immer wieder seine Position ändern. Die Frage des Stadion-Rückbaus muss nun endlich gelöst werden“, schimpft Finanz-Staatssekretär Reinhold Lopatka aus dem fernen Bundesministerium in Wien. Die Regierung in der Hauptstadt war beim Ausbau des Stadions in Klagenfurt mit viel Geld beteiligt. Zehn Mio. Euro wollten die Wiener für die von Anfang an geplante Verkleinerung der EM-Arena nach dem Turnier bereitstellen.

Doch die Kärntner sind ein sehr eigener Menschenschlag – was auch häufiger in Wien zu Verstimmungen führt. Einen gewissen Landesstolz lassen sich die Bewohner von Österreichs kleinem Bundesland nicht nehmen. In Klagenfurt mehrten sich nach dem Ende der Fußball-EM die Stimmen, dass die Landeshauptstadt weiterhin ein ordentliches Fußball-Stadion brauche, schließlich sollte hier auch die Nationalmannschaft ihre Länderspiele austragen können.

Außerhalb Klagenfurts fanden sich ebenfalls Befürworter für die größere Lösung. „Aus Sicht des österreichischen Fußballs wäre es fatal, das wohl schönste Stadion der Republik zu einer Mini-Spielstätte zu degradieren“, sagte Alfred Ludwig, Generaldirektor des österreichischen Fußball-Bundes ÖFB.

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