Gerechtes Remis
Keine Tore im West-Derby

In einer an spielerischen Highlights armen Partie haben sich Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach torlos getrennt. Düsseldorf setzte vor allem auf eine starke Defensive, Gladbach fiel vorne wenig ein.
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DüsseldorfZweiter gegen Dritter, rheinisches Derby, erstes Bundesliga-Heimspiel seit15 Jahren für die Gastgeber – die Erwartungen lagen hoch vor dem Prestige-Duell zwischen Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach.
Vielleicht zu hoch, halten konnte das 0:0 diese Erwartungen nämlich nur bedingt.

In einer schnellen, aber spielerisch schwachen Anfangsphase war die Fortuna zunächst vor allem bemüht, die Gäste nicht ihr Kombinationsspiel kommen zu lassen. Der Ball wurde möglichst lange in den eigenen Defensiv-Reihen gehalten, nur um ihn dann am Ende etwas planlos nach vorne zu schlagen. Die Nervosität war spürbar, das starke Defensivverhalten der Fohlen machte es nicht einfacher. Und auch die Borussia brauchte eine längere Eingewöhnungsphase, um halbwegs ins Spiel zu kommen.

Die besseren Chancen hatten während dieses müden Beginns die Gäste: Martin Stranzl brachte den Ball aus acht Metern nicht im fast leeren Tor unter (2.), Luuk de Jong scheiterte nach einer knappen halben Stunde mit einem Volleyschuss an Düsseldorfs Keeper Fabian Giefer. In der 23. Minute hatte Axel Bellinghausen die größte Fortuna-Chance zur Führung, kam nach einer Flanke von Robbie Kruse jedoch freistehend nicht an den Ball.

Erst Mitte der Halbzeit bemühten sich beide Teams dann doch um ein wenig Fußball. Die Fortuna überließ den Gästen die Spielgestaltung und versuchte selbst, bei Balleroberungen schnelle Gegenstöße zu initiieren. Wirklich zwingend waren aber beide Ansätze nicht.

Die zweite Spielhälfte begann ungleich spektakulärer: Einen Schuss von Juan Arango konnte Giefer mit Mühe aus der Ecke kratzen, auf der Gegenseite hätte sich Stranzl bei einem etwas ungeschickten Zweikampf mit Stefan Reisinger nicht über einen Elfmeter gegen ihn beschweren können.

Beide Teams näherten sich langsam Erstliga-Niveau, das Spiel somit zwangsläufig auch. Die langen Passpassagen nahmen ab, der Ball pendelte schneller zwischen den beiden Strafräumen, ohne aber gefährlich in der Abschlusszone zu landen. Ein Verdienst zweier sehr sicherer Abwehrreihen und manchmal auch des fehlenden Muts. Hätte der unglaublich präsente Andriy Voronin beispielsweise 22 Meter vor dem Tor unbedrängt geschossen, statt den Ball noch einmal querzulegen, wäre mehr drin gewesen (67.).

Die eingewechselten Dani Schahin und Ronny Garbuschewski brachten in der Schlussphase noch einmal frischen Schwung in die Angriffsbemühungen der Düsseldorfer. Während die Gäste zunehmend weniger für das Spiel taten, kam die Fortuna: Schahin zielte nach einer Ecke von Garbuschewski per Kopf etwas zu hoch (78.) und verpasste kurz darauf eine Flanke von van den Bergh nur knapp. So blieb es am Ende beim leistungsgerechten und konsequenten 0:0.

Patrick Kleinmann
Patrick Kleinmann
Handelsblatt Online / Freier Journalist

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