Geschäftsführender Präsident des DFB
Zwanziger fordert Reaktion auf Neonazi-Aufmärsche

Sollte es während der WM zu den befürchteten Demonstrationen von Neonazis kommen, fordert DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger eine deutliche Gegenreaktion speziell auch von den deutschen Fußball-Vereinen und -Verbänden.

Dr. Theo Zwanziger, Geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), fordert Vereine und Verbände auf, gegen eventuelle Neonazi-Demonstrationen während der WM Flagge zu zeigen. "Wenn es Aufmärsche von Neonazis geben sollte, wünsche ich mir, dass durch Gegendemonstrationen das wirkliche Deutschland gezeigt wird. Wir haben es mit einer Minderheit zu tun, die unsere demokratischen Grundregeln ausnutzt, um ihr braunes Gedankengut zu verbreiten. Deshalb erwarte ich von unseren Fußballern, dass sie klar Position beziehen und durch aktives Mitmachen Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit und für unsere Demokratie zeigen. Deshalb hoffe ich nicht nur, sondern ich appelliere vor allem an unsere Verbände und Vereine, dass sie nicht tatenlos zuschauen. Wir müssen den Rechtsradikalen die Stirn bieten", sagte der Vizepräsident des deutschen WM-Organisationskomitees im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Zwanziger beunruhigt über Hinweise auf geplante öffentliche Auftritte

Der DFB-Boss ist durchaus über Hinweise beunruhigt, nach denen einige rechte Gruppierungen die WM-Bühne nutzen wollen, um ihre Gesinnung öffentlich zu machen. "Diese Sache nehme ich sehr ernst, denn das ist ein ganz sensibler Bereich. Vor allem, weil er damit zu tun hat, wie unser Image im Ausland sein wird. Ein Grund für unsere WM-Bewerbung war schließlich, das wiedervereinte Deutschland zu präsentieren. Und das wiedervereinte Deutschland hat mit Fremdenfeindlichkeit nichts am Hut", erklärte der Jurist.

Den Verbänden und Vereinen käme dabei eine besondere Verpflichtung zu, "weil gerade der Fußball ja sehr integrativ ist und er deshalb auch bei der Bekämpfung von Rassismus und ähnlich schrecklichen Dingen seine Vorbildfunktion wahrnehmen und zeigen muss: "Wir lassen uns unser Deutschland nicht kaputtmachen."

"Erwarte auch von den Medien Unterstützung"

Zwanzigers Appell richtet sich aber nicht nur an die Verbände und Vereine, sondern an alle Fans und auch die Medien: "Ich erwarte auch von den Medien in dieser Hinsicht Unterstützung. Ich kann leider nicht ausschließen, dass es im Stadion mal eine Hakenkreuz-Fahne zu sehen gibt, aber dann müssen die TV-Anstalten nicht minutenlang dieses Bild übertragen, sondern ein paar Meter weiterschwenken und die wahren deutschen Fans zeigen, die vielleicht sogar durch entsprechende Plakate darauf aufmerksamen machen, dass sie mit einer solchen Gesinnung und solchen Parolen nichts am Hut haben und sie aufs Schärfste verurteilen."

© SID

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