Gesundheit
US-Eltern klagen gegen Kopfbälle im Fußball

Viele Tore im Fußball werden mit dem Kopf erzielt. Eltern in den USA gefällt diese Entwicklung ganz und gar nicht. Sie fordern, die Zahl der Kopfbälle zu begrenzen. Denn das Risiko für die Gesundheit sei zu groß.
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DüsseldorfDie Fifa muss sich wieder einmal mit einer Klage rumschlagen. Amerikanische Eltern meinen, zu viele Kopfbälle würden Veränderungen des Gehirns nach sich ziehen. Weiter argumentiert die Initiative, dass besonders Kinder und Jugendliche gefährdet seien, da die Nackenmuskulatur bei diesen noch nicht vollständig ausgeprägt sei.

Behörden und Verbänden werfen die "Soccer Moms" vor, gleichgültig mit der Gesundheit ihrer Kinder umzugehen. Eine Fifa-Sprecherin wollte sich dazu gegenüber Spiegel-Online nicht äußern, betonte aber, dass Kopfverletzungen grundsätzlich vermieden würden. Zudem gebe es klare medizinische Anweisungen für Verbände und Vereine.

Die Eltern aber stützen sich auf Studien, welche belegen, dass zu viele Kopfbälle Veränderungen der Gehirnstruktur auslösen. Bei Kindern seien diese oft ausgeprägter als bei Erwachsenen, heißt es. Ausreichende wissenschaftliche Untersuchungen liegen aber noch nicht vor. Außer einer amerikanische Studie, die ergab folgendes: Die Gehirne von Fußballern, die oft Kopfbälle spielten, ähneln Menschen, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben.

Die Psychologin Petra Jansen beruhigt: Gelegentliches Kopfballspiel halte man aus, "man rennt ja auch mal gegen eine Tür, da kann man dann auch nichts dagegen machen...", erklärt sie im Interview mit Spiegel-Online.

Erste Resultate der Sammelklage gibt es bereits: Eine Drei-Minuten-Pause wird eingeführt, um Kopfverletzungen sofort und intensiver behandeln zu können. Diese Regelung wurde bei einem Treffen der zuständigen Ärzte erarbeitet. Das reicht den Eltern aber nicht: Sie wollen verhindern, dass Verletzungen überhaupt entstehen und schlagen vor, die Kopfbälle für Minderjährige zu begrenzen.

Zudem wollen die "Soccer Moms", dass das Auswechsel-System überdacht wird. Denkbar wäre eine Anpassung des Wechselkontingents bei Verletzungen, um Spieler sofort austauschen und untersuchen zu können - eine weitreichende Veränderung für den Fußball.

Noah Gottschalk
Noah Gottschalk
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter und Redakteur

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