Gewalt
Hooligans erschüttern Europas Fußball

Eine neue Welle der Gewalt erschüttert den englischen Fußball. Ein Fan wurde brutal niedergestochen. Zunehmend prügeln sich Hooligans auch in anderen europäischen Staaten. Wie die Schlägertrupps den wirtschaftlichen Erfolg der Vereine bedrohen.

KÖLN. Es war eine der größten Fan-Schlachten der jüngeren Fußball-Geschichte: Am Dienstag hatten sich nicht nur die Londoner Klubs West Ham United und FC Millwall im englischen Ligapokal zum Schlagabtausch verabredet, sondern auch Hunderte Hooligans. Sie warfen Steine, zündeten Feuerwerkskörper an und jagten sich gegenseitig durch die Straßen rund ums Stadion. Ein Mann musste mit Messerstichen in der Brust ins Krankenhaus.

Hunderte Gewalttäter waren nach Polizeiangaben ohne Tickets angereist, um gezielt Ärger zu machen. 200 Beamte bemühten sich, den Mob unter Kontrolle zu bringen. Das Spiel selbst wurde zur Farce. Dreimal unterbrach der Schiedsrichter die Partie wegen Schlägereien auf den Rängen. „Ich habe solche Szenen noch nie gesehen. Ich war geschockt“, sagte West Hams Teammanager Gianfranco Zola nach dem Spiel.

Die neue Welle der Gewalt erschüttert den englischen Fußball. Die Zeitung „Sun“ titelte: „Die Schläger ziehen den Fußball zurück in die Gosse.“ Dort war er schon in den 70er- und 80er-Jahren, als Fußballspiele in England regelmäßiger Treffpunkt der Hooligans wurden. Die Ausschreitungen bedrohen das Image des Fußballs – und damit den Geschäftserfolg einer Branche, die in Europa 15 Mrd. Euro im Jahr umsetzt. „Die Eindämmung der Krawalle hat eine große Rolle beim wirtschaftlichen Aufschwung des Fußballs gespielt“, sagt Arnold Hermanns, Sportmarketing-Professor an der Universität der Bundeswehr in München.

Nicht nur in England haben die Krawallmacher den Fußball wiederentdeckt. Beim Play-off-Spiel zur Europa League zwischen Dinamo Bukarest und dem FC Slovan Liberec brach der Schiedsrichter vergangene Woche die Partie ab, nachdem aufgebrachte Zuschauer auf die Laufbahn des Stadions gestürmt waren. Italiens Innenministerium hat wegen der vielen Randale gar angeordnet, dass Fans künftig eine spezielle Karte besitzen müssen, um Auswärtsspiele besuchen zu dürfen.

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