Ghana als einzige afrikanische Mannschaft weiter
Asien chancenlos gegen Europa und Südamerika

Die europäischen und südamerikanischen Teams dominieren auch bei der jetzigen WM. Ghana ist als einzige afrikanische Mannschaft im Achtelfinale, während sämtliche asiatische Teams bereits die Heimreise antreten mussten.

Erneut sind die Außenseiter-Nationen aus Afrika und Asien beim Versuch gescheitert, für eine faustdicke Überraschung bei einer Weltmeisterschaft zu sorgen und die großen Fußball-Nationen zu ärgern. Nach der Vorrunde ist keine asiatische Mannschaft mehr im Turnier und die "Black Stars" aus Ghana versuchen am Dienstag im Achtelfinale gegen Weltmeister Brasilien als letztes afrikanisches Team bei der WM, die Ehre für den "schwarzen Kontinent" zu retten - ein denkbar schweres Unterfangen.

"Ghana war im Mittelfeld dominanter, das war der Schlüssel zum Erfolg. Und die Elfenbeinküste wurde in einer schweren Gruppe unter Wert geschlagen", erklärte Fifa-Analyst Holger Osieck im kicker das beinahe kollektive Aus. Dennoch ist sehr auffällig, dass die übrigen afrikanischen Vertreter Angola, Togo und Tunesien mit insgesamt nur drei Punkten und fünf Toren sang- und klanglos rausflogen und ihre Koffer packen mussten.

Den Titel werden daher mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder Europa und Südamerika unter sich ausmachen - wie bislang immer in der WM-Historie. Noch nie ging die Trophäe an einen anderen Verband als die Uefa oder Conmebol, Südamerika liegt nach 17 Turnieren knapp mit 9:8 in Front. Die Dominanz der Großen ist weiter ungebrochen und wurde in der WM-Vorrunde 2006 erneut bestätigt.

Tapferer Widerstand aus Australien

2,08 Punkte holten die vier Mannschaften des südamerikanischen Kontinents laut kicker in den Gruppenspielen im Durchschnitt, obwohl in Paraguay (fast) ein Totalausfall zu verzeichnen war. Nur Europa (1,88) kann in der Statistik mithalten. Zu den Verfolgern aus Afrika (0,80), Asien (0,58) und Nord- und Mittelamerika (0,50) klafft eine große Lücke.

Tapferen Widerstand gegen die euro-amerikanische Übermacht leistet nur noch Australien. Die "Socceroos" erkämpften für Ozeanien 1,33 Punkte im Durchschnitt und sorgten damit kurioserweise für einen asiatischen Hoffnungsschimmer. Ab der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika ist Australien mangels ozeanischer Konkurrenz dem asiatischen Verband AFC zugeteilt.

Zwar gab es auch in Deutschland das ein oder andere Strohfeuer der "Exoten", aber der Umsturz der Machtverhältnisse zeichnet sich noch nicht ab. Trinidad und Tobago ärgerte Schweden, Tunesien führte gegen Spanien, Angola ermauerte ein 0:0 gegen Mexiko, aber das war es dann auch schon. "Besonders imponiert hat mir Trinidad und Tobago als krasser Underdog", lobt Osieck. "In Unterzahl gegen Schweden hat Leo Beenhakker einen Stürmer getauscht und nicht gemauert." Für die Runde der letzten 16 hat es dennoch nicht gereicht.

Unter dem Strich steht daher die folgende ernüchternde Bilanz: Von 16 Achtelfinalisten kamen zehn aus Europa (Quote zehn von 14/71 Prozent), drei aus Südamerika (3 von 4/75 Prozent) und je einer aus Nord- und Mittelamerika (1 von 4/25 Prozent), Afrika (1 von 5/20 Prozent) und Ozeanien (1 von 1/100 Prozent). Zwingende Argumente für den teils so energisch geforderten sechsten afrikanischen Startplatz - 2010 ist Südafrika Gastgeber der ersten WM auf dem Schwarzen Kontinent - wurden nicht geliefert.

© SID

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