Glänzende Schenkel
Ronaldinho rasiert sich die Beine

Was lange Zeit als Marotte schmalbrüstiger Radfahrer galt, hat nun anscheinend auch die hypermännliche Fußballwelt erreicht: die Beinrasur. Brasiliens Profikicker haben gestanden. Ade südamerikanische Machokultur.

HB KÖNIGSTEIN. Der brasilianische Macho ist auch nicht mehr das, was er mal war. So seufzen jedenfalls einige Reporterinnen im Königsteiner Trainingslager des Weltmeisters. Mit Argusaugen haben sie neben dem Haartuch von Ronaldinho, den kleinen Rastazöpfen von Zé Roberto und allerlei Schmuck auch noch kahl rasierte Beine bei fast allen WM-Stars erspäht. Roberto Carlos hält es so, und Lucio, Ronaldinho, Adriano sowie Ronaldo auch. Die muskelbepackten Unterschenkel glänzen dann mehr. Und es soll bei der Massage auch nicht so ziepen, ist von Expertinnen und Experten zu hören. "Das hat nichts zu bedeuten", winkt Angreifer Adriano ab.

Der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk (58) sah das im "Spiegel" ganz anders: Es sei heute auch für Fußballer einfach besser "als Hermaphrodite aufzutreten statt als männlicher Heros". Diesen Fachausdruck für Menschen mit nicht ganz eindeutigen Geschlechtsmerkmalen hält Sloterdijk auch bei Jürgen Klinsmanns Elf für treffend, die "im Prinzip ein Team von Hermaphroditen" sei. Selbst trägt der Philosoph mit dünn gewordener Haarpracht die klassische Günter-Netzer-Frisur im Bundesliga-Stil der 70er Jahre. Kombiniert mit einem durch und durch männlichen Schnauzbart.

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