Glückliches 1:0 in Wien
Bayern zum Start nicht wie ein Titelkandidat

Auch ohne Michael Ballack ist der FC Bayern München planmäßig in seine zehnte Champions-League-Saison gestartet. Mit seinem zweiten Europacup-Tor zum glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg bei Rapid Wien sicherte Paolo Guerrero (60.) dem deutschen Fußball- Rekordmeister am Mittwochabend die ersten drei Punkte.

HB WIEN. Vor 48 630 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion traten die Münchner beim Vorrundenauftakt allerdings nicht wie ein Titelkandidat auf und agierten lange Zeit viel zu passiv. Neun Minuten vor Schluss hatte der Bundesliga-Spitzenreiter sogar großes Glück, dass Jozef Valachovic einen zweifelhaften Foulelfmeter neben das Tor schoss. Mit Siegen in den folgenden Heimspielen gegen den FC Brügge (27. September) und Juventus Turin (18. Oktober) kann der Bundesliga-Tabellenführer bereits die Weichen zum Einzug ins Achtelfinalestellen.

Nicht wie erwartet Sebastian Deisler, sondern Mehmet Scholl wurde von Trainer Felix Magath überraschend mit Ballacks Aufgabe als Ballverteiler hinter den Spitzen betraut. Der fast 35-Jährige, der seit fast drei Jahren erstmals in der Champions-League wieder in der Bayern-Startelf stand, war bis auf einen genialen Pass auf Claudio Pizarro (27.) nicht der erhoffte Regisseur des Münchner Spiels.

Allerdings wurde Scholl auch von seinen Teamkollegen zu wenig gesucht. Zur Führungsfigur in einer unterkühlt auftretenden Bayern-Mannschaft schwang sich stattdessen Lucio auf, der als umsichtiger Abwehrchef wie als Antreiber imponierte.

„Wir sind heiß auf die Champions League“ hatte es im Münchner Lager vor dem Spiel geheißen, doch davon war die meiste Zeit nicht viel zu sehen. Verhalten und temperamentlos wie eine Pflichtübung gingen die zuletzt in 13 Bundesliga-Spielen siegreichen Bayern die Partie gegen den den 31-fachen österreichischen Meister an. Die „Hütteldorfer“ zogen sich bei ihrem Comeback in der europäischen Meisterliga nach neun Jahren von Beginn an weit zurück, überließen den Münchnern die Initiative und lauerten auf deren Fehler.

Einen Schnitzer von Willy Sagnol hätte Andreas Ivanschitz (11.) beinahe mit dem 1:0 bestraft. Die erste Bayern-Chance ließ bis zur 27. Minute auf sich warten, als Pizarro einen Musterpass von Scholl aufnahm, aber dann Rapid-Keeper Helge Payer anschoss. Vier Minuten vor der Pause drohte den Gästen erneut ein Rückstand, als Lucio die Flanke von Axel Lawaree nicht verhindern konnte und Marek Kincl in der Mitte schneller reagierte als Valerien Ismael.

„Wir haben nicht gut gespielt. Die Mannschaft war in den ersten 20 Minuten viel zu passiv“, monierte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge zur Halbzeit. Fünf Minuten nach Wiederbeginn benötigten die Bayern zwei Mal enorm viel Glück, um einem Gegentor zu entgehen. Beim Freistoß des früheren Bayern-Amateurs Steffen Hofmann und dem folgenden Kopfball von Andreas Dober musste jeweils die Latte für den schon geschlagenen Oliver Kahn retten.

Erst als Guerrero für den nach einem Foul angeschlagenen Pizarro ins Spiel kam, wurde das Münchner Angriffsspiel druckvoller. Doch erst ein energischer Antritt von Lucio brachte die zu diesem Zeitpunkt glückliche Führung. Die Flanke des Brasilianers verlängerte Roy Makaay. Als Payer dessen Kopfball nur abklatschen konnte, staubte Guerrero ab. In der 81. Minute drohte den Gästen doch noch der Ausgleich, als Schiedsrichter Alain Sars (Frankreich) nach einer Schwalbe von Muhammet Akagündüz völlig überraschend auf den Strafstoßpunkt zeigte, doch Valachovic nahm das Geschenk nicht an.

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