Götze soll beim FC Bayern gehen
Weltmeister, kaum gebraucht, umständehalber abzugeben

Der FC Bayern München schiebt den einstmals wertvollsten Nachwuchsspieler der Welt ab. Wenn Mario Götze spielen möchte, muss er den Verein verlassen – so die Quintessenz eines Gesprächs mit Neu-Trainer Carlo Ancelotti.

MünchenMitten in der heiß diskutierten Zukunftsfrage zählt für Mario Götze eines ganz besonders: die Fußball-Europameisterschaft. Wenn Joachim Löw am Dienstag den vorläufigen EM-Kader für die Endrunde vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016 beruft, darf sich der 23-Jährige in spannenden Tagen über ein bisschen Gewissheit freuen. Dass der Siegtorschütze des WM-Finales in den erlesenen Kreis für das Projekt EM-Titel berufen wird, ist sicher. Die „großartigen Fähigkeiten“ des bei ihm im Aufgebot gesetzten Götze hatte der Bundestrainer nicht nur einmal betont.

Offener denn je ist dagegen die Vereinszukunft - trotz eines Vertrages beim FC Bayern bis zum 30. Juni 2017. Neu-Trainer Carlo Ancelotti soll dem einstigen Dortmunder Fußball-Genius das eröffnet haben, was sich in den vergangenen Wochen abzeichnete.

Als der deutsche Rekordchampion nach und nach die Bezüge der Weltmeisterkollegen Thomas Müller, Manuel Neuer und Jérôme Boateng anhob und deren Arbeitspapiere bis 2021 neu datierte, war ein Anschlussvertrag für Götze kein Thema. Da müsse man Karl-Heinz Rummenigge fragen, sagte der Offensivspieler selbst etwa im Rahmen des Neuer-Vertrags zur Situation.

Nur ein klares Votum von Ancelotti hätte wohl für eine überraschende Wende in den Personalplanungen sorgen können. Doch der 56-jährige Italiener kann angesichts eines Weltklasse-Angebots in Angriff und Mittelfeld keine Einsatzzeit garantieren; besonderen Zuspruch hatte er in einem Telefonat laut „Süddeutscher Zeitung“ auch nicht parat.

Wenn die Bayern nun wenigstens noch einen beträchtlichen Teil der im Sommer 2013 an Borussia Dortmund gezahlten 37 Millionen Euro als Ablöse wieder auf der Einnahmenseite verbuchen wollen, müssen sie Götze verkaufen. Auch die stolzen Personalkosten wären um einen Posten reduziert. Und wenn der beim FC Bayern in 72 Bundesligaspielen (20 Tore/16 Assists) eingesetzte Götze ein besseres Standing im Club haben will, sollte er gehen.

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