Gottlieb-Daimler-Stadion
Umbau für die Umbenennung

Vor 15 Jahren wurde aus dem Neckarstadion das Gottlieb-Daimler-Stadion. Hintergrund war ein Verkauf der Namensrechte an den Automobilhersteller Daimler. Eigentlich gilt dieser Vertrag 20 Jahre – doch nun könnte ein Trick dafür sorgen, dass das Stadion in Stuttgart zukünftig den Namen eines Energiekonzerns trägt.

STUTTGART. Seit Herr Oettinger sich für den Inhalt seiner Grabrede zu Ehren des Herrn Filbinger entschuldigte, haben sie im Ländle nicht mehr viel, worüber sie sich aufregen könnten. Die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie sind vom Tisch, die Metaller haben bald 4,1 Prozent mehr im Säckle. Und die Kehrwoche muss sowieso gemacht werden. Noch ruhiger ist es im Fußball, wäre da nicht die große Vorfreude, weil man „a bissele doublegefährdet ischt“. Der VfB Stuttgart kann schießlich noch Meister und Pokalsieger werden.

Nur eine Sache, die stört die Stuttgarter Glückseeligkeit in diesen Tagen. Das Stadion am Neckar und die Frage, wie es eigentlich heißen soll oder die Frage, was es kosten soll, damit es weiter den Namen tragen darf wie bisher. Die Heimstatt des VfB Stuttgart heißt schon seit 15 Jahren nicht mehr Neckarstadion, sondern „Gottlieb-Daimler-Stadion“, benannt nach dem Sohn eines Bäckermeisters, dem Erfinder des ersten funktionsfähigen Kraftfahrzeugs und nach dem damals noch gleichnamigen Weltkonzern.

Die Entscheidung, aus dem Neckarstadion das Gottlieb-Daimler-Stadion zu machen, basiert auf einem Vertragswerk aus dem Jahr 1992, jenem Jahr, in dem der VfB nach einem Guido-Buchwald-Kopfball vier Minuten vor Saisonabpfiff zum letzten Mal die Meisterschaft gewann.

Der Automobilhersteller, der 1998 eigene Aktien im Gegenwert von über 30 Milliarden Euro dafür eintauschte, künftig DaimlerChrysler heißen zu dürfen, erwarb seinerzeit das Namensrecht für 5,3 Millionen Euro. Ein Schnäppchen, verglichen mit den geschätzten 20 Millionen, die der Versicherungskonzern Signal Iduna für die Umbennenung des Dortmunder Westfalenstadions zu zahlen bereit war. Ganz zu schweigen von den 90 Millionen, die der Wettbewerber Allianz für die gleichnamige Münchner Arena auf den Tisch legte. Und erst Recht, wenn aus dem Vertragswerk hervorgeht, dass sich DaimlerChrysler den Namen auch noch unbefristet sicherte. Die VfB-Oberen verärgere zudem, wie es die „Stuttgarter-Nachrichten“ meldeten, dass die Mercedes-Niederlassung in Bremen mehr Geld für den SV Werder ausgebe als die Konzernzentrale für den VfB.

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