Fußball
Griechen fordern: König Otto darf nicht abdanken

Otto Rehhagel hat seinen Europameister-Bonus noch nicht gänzlich aufgebraucht. Trotz des Ausscheidens in der WM-Qualifikation soll der Coach nach dem Willen der Fans weiterhin Griechenlands Nationalelf trainieren.

Die Faszination von Otto Rehhagel ist in Griechenland ungebrochen. Auch nach der verpassten Qualifikation des Europameisters für die WM 2006 ist der deutsche Erfolgstrainer bei den Hellenen sehr gefragt. 464 Tage nach dem sensationellen EM-Triumph in Portugal kämpft ganz Fußball-Griechenland um den Verbleib von "Rehhakles".

"Wir haben im November noch ein Freundschaftsspiel. Bis dahin werden die Gespräche mit dem Verband geführt sein", erklärte der Coach, der noch bis Ende des Jahres unter Vertrag steht. Direkt nach dem letztlich wertlosen 1:0-Sieg gegen Georgien ließ der 65-Jährige seine Zukunft offen: "Meine Frau Beate sagt immer, Du sollst erst denken und dann entscheiden. Daran werde ich mich halten", so Rehhagel und kündigte Besprechungen mit seiner Gattin an.

Der Unterstützung der Fans kann sich der frühere Meister-Coach von Werder Bremen und des 1. FC Kaiserslautern gewiss sein. Laut einer Telefon-Umfrage des Fernsehsenders Mega votierten über 90 Prozent der 1 800 befragten Griechen für eine Fortsetzung der "Ära Rehhagel". Nur 16 Prozent der Befragten gaben dem gebürtigen Essener die Schuld für das Aus. 48 Prozent machten die Spieler für den WM-K.o. verantwortlich, denn die Profis hätten durch ihre häufigen Vereinswechsel zum Leistungsabfall innerhalb des Nationalteams beigetragen.

"Otto, entscheide Dich!"

Die Zeitungen in Hellas munterten den deutschen Coach zur Verlängerung seines Vertrages auf: Sportime forderte: "Otto, entscheide Dich! Die Fans haben sich klar entschieden und wollen Rehhagel behalten. Auch die meisten Nationalspieler wollen die Zusammenarbeit fortsetzen." Sportday richtete den Blick bereits auf neue Aufgaben: "Let´s go to 2008! In der Qualifikation für die EM in Österreich und der Schweiz werden wir es leichter haben. Als Titelverteidiger sind wir gesetzt. Außerdem kommen pro Gruppe zwei Mannschaften auf jeden Fall weiter."

Schlimmer als die verpasste WM-Teilnahme wiegt für die Griechen offenbar die Erinnerung an die Zeit vor 2001, als "König Otto" den Olymp bestieg. "Keiner will einen Rückfall in die Zeiten vor Rehhagel, als nur 3 000 Zuschauer zu den Länderspielen kamen", schreibt Filathlos. Das Spiel gegen Georgien hingegen wollten trotz der nur geringen Chancen auf ein WM-Ticket noch 30 000 Zuschauer sehen. Die Fans feierten Rehhagel mit Sprechchören und sangen wie schon bei der Euro 2004: "Wir werden nie aufhören, für Euch zu singen."

© SID

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