Große Euphorie und Optimismus
Schweden hat Achtelfinaleinzug fest eingeplant

Trotz des nur mühsam erkämpften 1:0 (0:0)-Sieges der Schweden im Gruppenspiel gegen Paraguay glaubt das Team an seine Stärke und die Möglichkeit lange im Turnier zu verbleiben.

Welchen Kraftaufwand Schweden hatte betreiben müssen, um letztlich den 1:0 (0:0)-Sieg im Vorrundenspiel gegen Paraguay davonzutragen, konnte man stellvertretend für die Mannschaft an Fredrik Ljungberg ablesen. In Badeschlappen, Trainingsanzug und bandagiertem Knöchel stand der Mittelfeldspieler abgekämpft und angeschlagen den Journalisten Rede und Antwort.

"Das Tor war sehr wichtig, aber nicht nur, weil ich es geschossen habe. Wir brauchten diese drei Punkte ganz dringend", sagte der Profi des Champions-League-Finalisten FC Arsenal und Teamkollege von Jens Lehmann. Dank des Kopfballtreffers des nur 1,76 Meter großen Ljungberg genügt den Skandinaviern im letzten Gruppenspiel gegen Tabellenführer England am Dienstag in Köln ein Unentschieden, um sich aus eigener Kraft fürs Achtelfinale zu qualifizieren.

Ljungberg: "Wir sind stark genug, um weiterzukommen"

In der K.o.-Runde könnte dann ausgerechnet Gastgeber Deutschland auf die Schweden warten. "Natürlich schauen wir auch mit einem Auge auf die Gruppe mit Deutschland und Ecuador. Aber auf wen wir auch immer treffen: Ich denke, wir sind stark genug, um weiterzukommen", sagte Ljungberg, der dem DFB-Team großen Respekt zollt: "Sie haben eine hervorragende Mannschaft." Einen besonderen Reiz hätte das Duell gegen Lehmann. "Ich würde es sehr nett finden, gegen Jens zu spielen. Darüber haben wir schon vor ein paar Wochen im Training geflachst."

Auch das DFB-Team hat sich mit Schweden als möglichen Gegner beschäftigt. Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Assistent Joachim Löw und Torwarttrainer Andreas Köpke saßen am Donnerstag auf der Tribüne und beobachteten den möglichen Finalrunden-Gegner. Was sie bis zur 82. Minute, als sie das Stadion Richtung WM-Quartier Grunewald verließen, zu sehen bekamen, erinnerte stark an Schwedens 0:0 zum Auftakt gegen Außenseiter Trinidad und Tobago.

Lagerbäck: "Die Spieler haben hervorragende Arbeit geleistet"

Zwar betrieben die Skandinavier, getragen von rund 40 000 schwedischen Anhängern, einen enormen läuferischen Aufwand, doch die eklatante Abschlussschwäche hätte den WM-Dritten von 1994 beinahe erneut um den verdienten Lohn gebracht. "Natürlich ist es frustrierend, wenn man auf der Bank aus verfolgen muss, wie so viele Chancen vergeben werden", sagte Coach Lars Lagerbäck. Noch schlimmer sei es aber, wenn sein Team sich überhaupt keine Möglichkeiten erarbeiten würde. "Die Spieler haben hervorragende Arbeit geleistet", lobte Lagerbäck.

Durch den ersten Sieg im WM-Jahr 2006 überhaupt will der "Schweden-Express" wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden haben. "Dieser Dreier wird uns einen Extra-Kick gegen England geben. Das wird ein großes Spiel. Beide Teams wollen beweisen, dass sie die Besten in der Gruppe sind", sagte Ljungberg.

Ibrahimovic: "Ich weiß noch nicht, ob es für England reicht"

Doch ausgerechnet im finalen Gruppenspiel droht Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic auszufallen. Der Angreifer vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin spürte bereits beim Aufwärmen leichte Schmerzen in der Leiste. Der 24-Jährige lief dennoch von Beginn auf, wirkte aber gehemmt und blieb zur Halbzeit in der Kabine. "Ich weiß noch nicht, ob es für England reicht", sagte Ibrahimovic.

Ob ein Ausfall schwer wiegen würde, bleibt nach der erneut dürftigen Leistung des Turiners fraglich. Vertreter Marcus Allbäck hatte wesentlich bessere Szenen und bereitete den Siegtreffer vor. "Dafür, dass ich schon vor dem Anpfiff Schmerzen hatte, habe ich ganz ordentlich gespielt", sagte jedoch Ibrahimovic.

Santa Cruz: "Wir werden alles geben

Unterdessen herrschte bei den Paraguayern nach dem Vorrunden-Aus große Niedergeschlagenheit. "Alle Spieler sind angeschlagen, wir sind sehr enttäuscht", sagte Stürmer Roque Santa Cruz von Meister Bayern München. Dennoch wollen die "Albirroja" das letzte Spiel gegen Trinidad und Tobago am Dienstag in Kaiserslautern (21.00 Uhr) nicht herschenken. "Trinidad ist noch im Rennen ums Achtelfinale. Wir werden alles geben", so Santa Cruz.

© SID

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