Gute Stimmung bei den Spaniern
„Jetzt geht das Turnier so richtig los“

Nach dem hart erkämpften 3:1-Sieg gegen Tunesien ist die Stimmung im Lager der spanischen Nationalmannschaft gut. Vor allem Torschütze Raul steht im Fokus: "Seine Einwechslung hat sich ausgezahlt", so Coach Aragones.

Die spanische Nationalmannschaft hat die Nerven ihrer Fans beim hart erkämpften 3:1-Sieg gegen Tunesien zwar arg strapaziert, dennoch ist die Stimmung in den Reihen der Iberer gut. Auch von Seiten des argentinischen Fußball-Idols Diego Maradona kam Lob für die "wilden Stiere": "Spanien hat seine Fußball-Idendität wiedergefunden und kann jetzt ganz weit kommen. Das Team hat seine Feuertaufe bestanden", sagte der Weltmeister von 1986, der als Co-Kommentator des spanischen Fernsehens den in der Schlussphase erkämpften 3:1 (0:1)-Erfolg der Spanier gegen Tunesien in Stuttgart verfolgt hatte.

Nicht ganz so euphorisch wie Maradona reagierte die spanische Presse auf den vorzeitigen Achtelfinal-Einzug der Seleccion. Vor allem das erfolglose Anrennen bis zum Ausgleichstreffer des zu Beginn der zweiten Hälfte eingewechselten Stürmerstars Raul in der 71. Minute brachte die Zeitungsmacher an den Rand der Verzweiflung.

"Wir wissen auch zu leiden. Raul brachte das Spiel auf die richtige Bahn. Auch wenn wir gelitten haben, konnten wir überzeugen. Wir bekommen langsam Gänsehaut", schrieb AS. Die Konkurrenz von Marca sah die Partie vor 52 000 Zuschauern ähnlich: "Beim Leiden sind wir auch die Besten. Die Roten haben aber gelernt, mit dem Leid umzugehen. So schmeckt der Sieg noch besser. Raul brachte den Umschwung."

"Jetzt geht das Turnier so richtig los"

Der so gelobte Angreifer, der vor der Partie seinen Unmut über sein Reservistendasein zum Ausdruck gebracht und damit für großen Wirbel im spanischen Lager gesorgt hatte, wollte nach dem Spiel kein weiteres Öl ins Feuer gießen. "Ich habe gespielt, ich habe getroffen. Jetzt geht das Turnier so richtig los", meinte der 29-Jährige von Rekordmeister Real Madrid freudestrahlend.

Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen hatte Raul nach der Partie, die Fernando Torres mit seinen beiden Treffern endgültig entschied (76. und 90.), auch keinen Grund mehr zum Schmollen. Selbst Trainer Luis Aragones lobte seinen Torjäger nur in den höchsten Tönen. "Raul war beim Tor gedankenschnell. Seine Einwechslung hat sich ausgezahlt", meinte der Coach.

Da Aragones, dem der Gegner im Achtelfinale (Schweiz, Südkorea oder Frankreich) nach eigenen Angaben völlig egal ist, im abschließenden Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien am Freitag (16.00 Uhr) in Kaiserslautern zudem viele Stammkräfte schonen will, darf Raul auf einen Einsatz von Beginn an und eine neue Bestmarke hoffen.

Raul auf dem Weg zu Spaniens WM-Rekordtorschützen

Wenn der Stürmer in seinem 98. Länderspiel gegen die Araber trifft, wäre er mit dann sechs Toren Spaniens WM-Rekordtorschütze. Für den weiteren Turnierverlauf ist ein Treffer aber nicht unbedingt nötig, da den Spaniern bei drei Punkten und sechs Toren Vorsprung auf die Ukraine der Gruppensieg nur noch theoretisch zu nehmen ist.

Ganz anders sieht die Situation bei Tunesien aus. Den Afrika-Meister von 2004 bringt nur ein Sieg über die Ukraine in die nächste Runde. Das weiß auch Jaouhar Mnari vom 1. FC Nürnberg, dessen Führungstor (8.) am Ende nichts wert war: "Ich bin zufrieden, da ich getroffen habe. Aber glücklich bin ich erst, wenn wir eine Runde weiter sind."

© SID

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