Hamburg will siegen: HSV sucht Trendwende gegen taumelndes Thun

Hamburg will siegen
HSV sucht Trendwende gegen taumelndes Thun

Den holprigen Start ins neue Jahr kann der Hamburger SV schon heute in Bern vergessen machen. Beim Uefa-Cup-Hinspiel in der Runde der letzten 32 will der Bundesligist beim angeschlagenen FC Thun (18.30 Uhr/live im DSF) endlich wieder in der Fremde überzeugen und die Tür zum Achtelfinale aufstoßen.

"In meinem Kopf ist zur Zeit nur Thun"

Hektisch wird es nach dem Schlusspfiff für den HSV, nur 85 Minuten hat der Tross des Bundesligisten Zeit, bevor die Chartermaschine aus Bern zurück in die Hansestadt abhebt. Schon am Sonntag (17.30 Uhr/live bei Premiere) steht in der Bundesliga schließlich das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt an. "In meinem Kopf ist aber zur Zeit nur Thun", sagte HSV-Coach Thomas Doll vor der Abreise am Mittwoch, "nur darauf kann ich mich konzentrieren."

Der Schweizer Erstligist aus der 40 000-Einwohner-Gemeinde im Kanton Bern sorgte im Herbst mit seinem beherzten Auftreten in der Champions League für Furore und qualifizierte sich als Gruppendritter für den Uefa-Cup. "Ich bin überzeugt, dass wir weiterkommen", erklärt HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer, "das geht aber nur mit 100 Prozent."

Und daran hatte es den Hamburgern in den ersten beiden Auswärtsspielen nach der Winterpause in Nürnberg und Hannover gefehlt. Doll war deshalb richtig sauer, hatte seine Spieler zusammengefaltet und sah beim Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 am letzten Samstag einen Aufwärtstrend. Der Beweis zu einer Trendwende steht aber noch aus, die Partie im neuen Stade de Suisse an der Stelle des legendären Wankdorfstadions könnte da neuen Aufschluss geben.

Wicky zurück in der Heimat

HSV-Mittelfeldspieler Raphael Wicky kehrt in Bern an die Stätte eines seiner größten Triumphe zurück, dem 2:0-Sieg im WM-Qualifikationsspiel über die Türkei, mit dem die Eidgenossen die Grundlage für ihren Sommer-Trip nach Deutschland legten. "Ich spiele seit acht Jahren im Ausland, da ist es was Besonderes, in der Heimat aufzulaufen."

Wicky wird wieder seinen Posten in der Defensive vor der Abwehr einnehmen, in der der Niederländer Khalid Boulahrouz wegen seiner Sperre noch fehlt. Er soll von Guy Demel vertreten werden, der wegen des Afrika-Cups erst seit wenigen Tagen wieder in Hamburg ist. "Ich bin bereit zu spielen, bin aber sicher nicht topfit", räumt der Ivorer ein.

Neuzugang Nigel de Jong hat bereits im Herbst mit Ajax Amsterdam in der Champions League gegen die Eidgenossen gespielt, er musste Doll noch einmal ganz genau von seinen Erfahrungen berichten. "Gerade zuhause treten sie sehr offensiv auf, weil sie wissen, dass es auswärts schwer für sie wird", erklärt der 21-Jährige, "es wird ein schweres Spiel."

Peischl übernimmt Ruder von Schönenberger

Zumal die Eidgenossen nach den letzten Turbulenzen völlig unberechenbar sind und in den letzten drei Tagen ein wahres Trainer-Chaos erlebten. Dienstagabend haben sie den neuen Trainer Heinz Peischl vorgestellt. Davor war für wenige Stunden Co-Trainer Adrian Kunz verantwortlich, nachdem am Montag Urs Schönenberger beurlaubt wurde. Nur Platz sechs belegt das Team in der Tabelle, konnte nur eines der letzten sieben Spiele gewinnen.

Der Österreicher Peischl gilt als konsequenter Hardliner, ähnlich wie sein Vorgänger, dessen Verhältnis zur Mannschaft offensichtlich schwer beschädigt war. Der bei den Fans beliebte Schönenberger wird dennoch im Stadion sitzen, anders als einige Fans, die bereits Tickets für die Partie hatten: "Ich habe gesehen, wie Leute aus Wut über meine Entlassung ihre teuren Eintrittskarten zerissen haben", behauptete Schönenberger.

© SID

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