Hamburger SV Die Rückkehr des Big Boss

Als Vorstandschef des HSV polarisierte Bernd Hoffmann. Mache sagte, ihm fehle die Vereinsseele, er selbst sieht sich als „Vereinsnerd“. Nun plant der umstrittene Funktionär sein Comeback – als Vereinspräsident.
  • Martin Sonnleitner
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HSV: Bernd Hoffmann – Die Rückkehr des Big Boss Quelle: dpa
Bernd Hoffmann

Der 55-Jährige plant sein Comeback beim Hamburger SV.

(Foto: dpa)

HamburgDer Rahmen war schon einmal angemessen. In einem schicken Glasturm, direkt in Hafennähe, residiert die Finanzloge AG. Hier stellte der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, sein Konzept vor. Der 55-Jährige hat von 2001 bis 2011 die Geschicke des Fußball-Bundesligisten gelenkt.

Nun plant er sein Comeback: Er will er auf der Mitgliederversammlung des Vereins am 18. Februar zum Vereinspräsidenten gewählt werden. Eine delikate Angelegenheit, denn über diesem Wege würden sich für ihn auch wieder die Türen hin zum operativen Geschäft des 100-Millionen-Euro-Unternehmens öffnen, das allerdings schwer angeschlagen ist.

Zusammen mit seinen Mitstreitern – dem designierten Schatzmeister Moritz Schaefer, der dem Vorstand der Finanzloge AG angehört, sowie Thomas Schulz, der in der Geschäftsleitung einer Immobilienfinanzierung sitzt und Vize werden soll – will er das jetzige Präsidium um den Chef der Hamburg Port Authority, Jens Meier, herausfordern. Er wäre zwar nur hauptverantwortlich für den HSV e.V.,. Doch dieser Verein hält als Hauptanteilseigner 76,19 Prozent der so wichtigen Profifußballabteilung, die Ende Mai 2014 mit großem Tamtam als AG ausgegliedert wurde. 

Die wertvollsten Fußballer der Bundesliga
Renato Sanches
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Insgesamt finden sich in der Liste 14 Spieler aus dem deutschen Oberhaus. Den Anfang macht ein erst 19-jähriger Europameister. Innerhalb von nur einer Spielzeit bei den Bayern konnte Renato Sanches seinen Marktwert von einst 20 Millionen Euro auf 45,4 Millionen Euro mehr als verdoppeln – oder genauer um 127 Prozent steigern.

Quelle: Cies

Mats Hummels
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Vor dem Europameister steht der Weltmeister. Mats Hummels kommt mit seinen 28 Jahren mittlerweile einem gewissen Fußballeralter näher, aber auch bei ihm hat sich ein Jahr in München bezahlt gemacht. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Innenverteidiger seinen Marktwert um 42,81 Prozent auf 45,7 Millionen Euro erhöhen.

David Alaba
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Das österreichische Aushängeschild erreicht mit 45,8 Millionen Euro fast denselben Wert wie sein Verteidigerkollege. Ein Jahr zuvor war der bald 25-Jährige laut CIES aber noch 6,35 Prozent mehr wert. Der leichte Rückgang dürfte altersbedingte Gründe haben. Seine Stammposition bei den Bayern ist unangefochten.

Douglas Costa
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Der brasilianische Linksaußen bei den Bayern musste zu Beginn und kurz vor dem Ende der vergangenen Spielzeit aufgrund von Verletzungen einige Spiele aussetzen. Das wirkt sich unmittelbar auf den Marktwert aus: Ein leichtes Minus von 4,84 Prozent reichen allerdings noch für einen Wert von 47,2 Millionen Euro.

Naby Keita
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Nach einer bärenstarken Saison können die meisten RB-Spieler von einer starken Wertsteigerung profitieren. Zu den zweifellos besten und nun auch wertvollsten Leipziger Kickern zählt der guineische Sechser. Der neue Marktpreis in Höhe von 47,5 Millionen Euro entspricht einem Plus von starken 331,82 Prozent.

Julian Weigl
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Nach zwei Jahren ist Julian Weigl in Dortmund nicht mehr wegzudenken. Der 21-Jährige konnte seinen Wert innerhalb von nur einem Jahr um satte 240 Prozent steigern: von 14 auf 47,6 Millionen Euro.

Thomas Müller
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Unter den 14 Top-Spielern der Bundesliga muss der Stürmer-Star der Bayern das größte Minus hinnehmen. Mit nur insgesamt fünf Toren wurde der 27-Jährige seiner Position in der vergangenen Spielzeit seltener gerecht als ihm wahrscheinlich lieb ist. Das wirkt sich auf den Wert aus. Nach 73,5 Millionen im Vorjahr stehen jetzt „nur“ noch 49,4 Millionen Euro – ein Minus von 32,79 Prozent.

Wo Hoffmann dereinst alle Geschicke als Vereinsboss hauptamtlich lenkte, würde er nun lediglich ehrenamtlich Einfluss nehmen. Doch weiß er auch um die besondere Machtposition im eventuell neuen Job. So ist der Präsident automatisch Mitglied des Aufsichtsrats der Fußball AG. „Dieser Aufsichtsrat bestimmt wiederum den Vorstand“, erläutert Hoffmann, „daneben ist der Aufsichtsrat zuständig für die Erstellung des Wirtschaftsplanes und die Begleitung sowie Kontrolle der Tätigkeit des Vorstandes und insofern auch involviert in jede relevante wirtschaftliche Entscheidung auch im Sportbereich.“ ergänzt er.

Im Mai 2014 sollte beim HSV die Weichen auf eine erfolgreichere Zukunft gestellt werden. Eine deutliche Mehrheit von 86,9 Prozent der 9702 anwesenden Vereinsmitglieder stimmte für die Initiative „HSV Plus“. Diese Entscheidung sah unter anderem eine Ausgliederung des Profi-Fußballs aus dem 33 Sparten umfassenden Gesamtverein sowie die Bildung einer Aktiengesellschaft vor. Bis zu 24,9 Prozent der Anteile sollen demnach an strategische Partner verkauft werden. Milliardär und Edelfan Klaus-Michael Kühne hatte ein weiteres umfangreiches Engagement in Höhe von 25 Millionen Euro von der Ausgliederung abhängig gemacht. Momentan ist er mit 20,57 Prozent größter Anteilseigner beim HSV.

Hoffmann, als eiserner Strippenzieher und kalkulierender Machtmensch bekannt, wäre also über eine riesige Seitentür zurück im großen Geschäft. „Die Wahl am 18.  Februar ist eine Richtungsentscheidung“, sagt er. Hauptaufgabe des Präsidiums als größter Gesellschafter sei es eben, dieses momentan fünfköpfige Kontrollgremium zusammenzustellen. So ist nach Billigung des AG-Beirats der neue Aufsichtsrat vorgeschlagen worden und soll am 6. Februar, nur wenige zwölf Tage vor der Jahreshauptversammlung, auf der AG-Hauptversammlung bis mindestens 2022 bestellt werden.

„Die Terminierung der Hauptversammlung nicht einmal zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung ist in meinen Augen unglücklich gewählt.“ Hoffmann macht keinen Hehl draus, dass er als Präsident seine Machtoption, den Aufsichtsrat mitzubestimmen, auch nutzen möchte. Der einstige Zampano will also wieder die Strippen ziehen. Zwar sei man dann nach den Statuten dazu gezwungen, mit dem neuen Aufsichtsrat zusammenzuarbeiten, doch kennt Hoffmann mögliche Hebel der Macht, wäre er erst Präsident. „Zu den Rechten und Pflichten der Hauptversammlung der AG gehört auch die Besetzung der Aufsichtsräte“, weiß Hoffmann.

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